Stierkampfgegner sehen rot
“Wenn es um den Spanisch-Unterricht in Baden-Württemberg geht, sehen Stierkampf-Gegner rot. Das Land versorge Lehrer mit tierfeindlichen und gewaltverherrlichenden Texten, kritisiert die Initiative Anti-Corrida (Anti-Stierkampf). Das Kultusministerium verspricht Abhilfe.” Die Stuttgarter Zeitung, die mit diesen Sätzen einen Artikel in ihrer Druckausgabe über die Stierkampfpropaganda des Landesbildungsservers einleitete, zeigt, dass sich im baden-württembergischen Kultusministerium etwas bewegt. Auch die SPD-Landtagsfraktion möchte in einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung wissen, wie sie es mit dem Thema Stierkampf hält. Die Anfrage und deren Beantwortung ist bald unter der Nummer 14/2285 auf der Webseite des Landtages zu lesen. Die Antwort der Regierung wird etwa 3 Wochen später vorliegen
Auf der Webseite des Landesbildungsservers ist schon eine geringfügige Änderung festzustellen. Die beanstandeten Unterrichtsmaterialien werden dort mit diesem Vorwort eingeleitet: “Das Thema Stierkampf wird kontrovers diskutiert. Wir empfehlen eine ausgewogene Behandlung im Unterricht unter Einbeziehung der Argumente der Stierkampfgegner. Eine Seite mit Hinweisen dazu ist in Vorbereitung.”
Unseres Erachtens ist jedoch eine Seite mit Hinweisen völlig unzureichend. Damit werden den Schülern weiterhin Texte und Fotos mit einseitiger Darstellung des Stierkampfs für den Spanischunterricht zur Verfügung gestellt. Wir werden nicht hinnehmen, dass in einem Land wie der Bundesrepublik, in dem Stierkämpfe gesetzlich als Tierquälerei verboten sind, Propaganda für Spektakel betrieben wird, die in den europäischen Stierkampfländern nur durch eine verlogene Ausnahmeregelung zur EU-Richtlinie zum Schutze empfindlicher Lebewesen möglich sind.
Allen, die mit ihren Protesten die Kultusbürokratie Baden-Württembergs auf Trab gebracht haben, sei hiermit vielmals gedankt!




