24th Februar 2008

Die Welt des Stieres wird die “fiesta” im Europäischen Parlament verteidigen

So lautet die Überschrift des in der spanischen Internetzeitung ABC veröffentlichen Artikels.

Der Artikel ist ein Schlag ins Gesicht aller Stierkampfgegner und “glänzt” mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten.
Der Stier wird nie aussterben, sollten die Stierkämpfe abgeschafft werden, würde man ihn als Symbol behalten, weder Rinder noch Luchs und Adler würden aussterben.
Zu behaupten, dass mit dieser riesigen Stierkampfindustrie angeblich viel Geld erwirtschaftet wird grenzt schon an Unverschämtheit, jährlich wird die Stierkampfmaschinerie mit sage und schreibe 560 Millionen Euros von Brüssel subventioniert. Stierkampf ist ein Verlustgeschäft, getragen von der Europäischen Union.
Dass dieses entsetzliche Schauspiel Massen von Touristen anlockt ist erlogen, die kontinuierlich sinkenden Zuschauerzahlen sind der Beweis, viele verlassen weinend sie Arena, geschockt vom brutalen blutigem Schauspiel, nicht wenige übergeben sich schon auf der Zuschauertribüne, sie werden bestimmt nicht wiederkommen und schon gar nicht positiv berichten.

Wir müssen etwas dagegen tun! Das kann und darf nicht sein, dass die ihre mörderische “fiesta” nach Brüssel bringen, bzw. die Tierschützer müssen auch da sein, Menschen, die Moral und Ethik verteidigen.

logocampanapp.jpg

Die Welt des Stieres wird die “fiesta” im Europäischen Parlament verteidigen

Am 04. und 05. Juni wird sich das Europäische Parlament mit der Torerotracht bekleiden. Die Vereinigung verschiedener Gruppen aus der Welt des Stieres, die sogenannte “Mesa del Toro” (Tisch des Stieres), angeführt von dem Vorsitzenden, seines Zeichens Stierzüchter, Eduardo Miura, wird zum ersten Mal in der Geschichte die “fiesta nacional” in Brüssel verteidigen.

Die ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Aspekte werden das Hauptthema sein mit denen die Bedeutung der Tauromaquia (Stiermaschinerie) dem Europa der 27 Mitgliedsstaaten nahe gebracht werden soll.

Die Idee ging von dem Europaparlamentarier der PP (Partido Popular, Rechtspartei) Luis de Grandes nach der Initiative gegen die Stierkämpfe im letzten Jahr in Brüssel, aus.

Damals, dank der heftigen Verteidigung von Seiten Iñigo Méndez de Vigo, einer der Väter der Europäischen Konstitution, verloren die “Antis” (Gegner) ihr Scharmützel.

Wissend, dass die Tierschützer in ihren Angriffen beharren werden, und die Erfahrung, die die Probleme verschiedener Rinderkrankheiten, wie der Rinderwahnsinn oder die Blauzungenkrankheit gebracht haben, hat sich die Welt des Stieres zu einem einzigen Block zusammengeschlossen und ist in Aktion getreten um die “fiesta” im besten Licht darzubieten.

Luis de Grandes, der Motor diesen “ehrgeizigen Projektes”, erklärte gestern in einer Pressekonferenz in der bis zum Platzen gefüllten Kulturaula der “Las Ventas” (Stierkampfarena in Madrid), wie er sich in dieses Abenteuer begab: Alle Europaabgeordneten haben einmal im Jahr das Recht auf einen Vortrag und da fiel mir ein, unsere “fiesta” einzubringen. Einige nannten mich “waghalsig” und dass man mich mit Knüppeln aus der Stadt jagen würde.

Laut De Grandes muss man die Ängste verscheuchen. Durch den Hintereingang können die Minderheiten uns viele Hindernisse in den Weg legen und so durch die politische Unschlüssigkeit begünstigt werden. Er betonte “Ich bin Politiker aber ich bekenne mich zu keiner Farbe, außer der “taurina” (Ausdruck für alles was mit Stierkampf zu tun hat), da dies die Farbe Spaniens ist. Bewusst, dass dieses Manifest in einer feindlichen Umgebung abgehalten werden wird, zeigte er auf, dass es seine Idee ist, “Unterstützung” zu suchen und dass uns Persönlichkeiten aus dem kulturellen Umfeld bestätigen, vor allem aus der Welt des Stierkampfs. Und so, außer dass es ihnen ihr “taurino”-Terminkalender verbieten sollte, zählt man u.a. auf Enrique Ponce, El Juli, Cayetano y Sebastián Castella.

Der Monat Juni wird ein Meilenstein in der Geschichte des Stierkampfes bedeuten, bestätigt Eduardo Martín Peñato, Sprecher der taurinischen Gesellschaftsschicht. Alles unter dem Motto “Zwischen dem Menschen und dem Stier”, zwischen Picasso und Miró. Eine Welle von Kultur, Kunst und Natur wird das Europäische Parlament förmlich überschwemmen und durch Filme mit fesselnden Aufnahmen und stichhaltigen Argumenten über die Wirklichkeit der “fiesta” mit Stieren verbreiten.

Kultur:
Die Tauromaquia ist eine Kunst mit universellem Charakter, wiedergegeben von Malern, Musikern, Bildhauern oder Schriftsteller. Goya, Sorolla, Picasso, Orson Welles, Góngora, Quevedo, Benavente, Lorca, Machado, Alberti, Vargas Llosa, Hemingway y Ortega y Gasset sind Beispiele von Persönlichkeiten, die von der kultiviertesten aller Feste der Welt fasziniert waren.

Ökologie:
Der Stier ist der Wächter der “dehesa” (riesige, oft tausende von Hektaren große Weiden), ein einzigarter Raum weltweit, der die Erhaltung eines der reichsten Ökosysteme Europas gewährleistet. Mit einer Ausweitung von 540.000 Hektaren ist es einer der besten Beispiele von Erhaltung der Wald und Flur. Die wilden Rinder teilen den Lebensraum mit dem Luchs oder dem Königsadler. Sollten die Stierkampfrinder verschwinden, würden diese Arten aussterben.

Wirtschaft
Die Auswirkung der “fiesta” auf die spanische Wirtschaft steht außer Frage: Restaurants, Taxis, Hotels…. .. viele begünstigen sich ihrer. Sie ist einer der grössten Anreize für den Tourismus und das wichtigste Schauspiel Spaniens in den letzten 500 Jahren. Ihre Zahlen sprechen für sich: 2.500 Millionen Euro werden jährlich von der “taurinischen” Aktivität erzeugt; 1.200 Stierzüchter die auf die Züchtung von Stierkampfstieren spezialisiert sind mit 130.000 Kühen alljährlich zur Nachwuchserzeugung; 17.000 Volksfeste, davon 2.000 sich in wichtige “fiestas” verwandelnd; 3.700.000 Arbeitstage, 378 feste Stierkampfplätze und 2.950 eventuelle, mit mehr als 40 Millionen verkauften Eintrittskarten in mehr als 5.600 Gemeinden, mehr als 60 Millionen von Personen aus den fünf Kontinenten besuchen als Zuschauer die “fiesta”. Die Tauromaquia bewegt die Massen und der Beweis dafür sind die berühmten “encierros” von San Fermín (Pamplona) und die “ferias de Abril” (Sevilla) oder San Isidro (Madrid).

Zukunft zwischen dem Menschen und dem Stier
Edelmütig und wild, steigt der Stier im Kampf über sich hinaus und in der “plaza” zeigt er seine Wildheit. Der Kampfstier lebt weil die “fiesta” der Stiere lebt. Sollte man die “fiesta” verbieten, verstümmelte man unwiederbringlich ein kulturelles Erbe mit Tradition in Spanien, Frankreich, Portugal und Südamerika.

Quelle

Sonntag, Februar 24th, 2008, 02:07 | STIERKAMPF | kommentieren | Trackback

2 Kommentare zu “Die Welt des Stieres wird die “fiesta” im Europäischen Parlament verteidigen”

Diese Beitrag kommentieren.

  1. 1 16. August 2008, Alexandra Suerland schreibt:

    Wieso muß ein so edelmütiges und stolzes Tier dann sterben, wenn es so geehrte wird? Kann man sich nicht einfach so daran erfreuen und muß es nur wegen der Schaulust anderer so gequält und hingerichtet werden?? Ich applaudiere erst dann, wenn der Stierkämpfer zu Boden geht. Denn er kann sich den Kapf aussuchen, das Tier leider nicht!!!
    Weg mit dieser barbarischer Tradition!! Wir brauchen und wollen sie nicht.

    Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, solange müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!

  2. 2 17. August 2008, Sabine.... schreibt:

    es ist eigentl. ganz einfach warum der Stier sterben muss…und soviel Leid ertragen muss..

    Der Neid der Menschen auf seinen Stolz… seine Unbezähmbarkeit… Er ist die pure Herausforderung.
    Der Mensch muss wohl bedingt durch seine “Natur” (ein Fehler in der Evolution) alles brechen und kaputt machen…

    Nur um “Stolz” darauf zu sein so ein edles stolzes Tier erlegt zu haben…

    Und solange der Teufelskreis nicht durchbrochen wird.. durch Aufklärung schon bei den kleinsten… wird es so weiter gehen.. es wird noch Generationen brauchen um solche Traditionen zu brechen…

    Und es wird immer das stärkere Tier am schlimmsten gequält…
    Haie.. Elefanten.. Stiere… Tiger.. Bären…die Liste ist lang..

    Wer in so einer Gesellschafft aufwächst.. kennt es doch nicht anders..
    Wie sollen da Kinder Respekt vor Lebewesen bekommen.. Dort wie überall in der Welt..

Kommentar Schreiben

  • sos-galgos.net

  • Facebook


SOS Galgos - Die Welt des Stieres wird die “fiesta” im Europäischen Parlament verteidigen

Switch to our mobile site