17th September 2008

“Klagelied eines Stiers”

Interpretin: Graciela Folgueras *Pina*

An dich geht mein Lied, Ángel Padilla, der du so sehr den Stier liebst und achtest.

An dich, den Poeten der Tiere, für deine Poesie und deinen Kampf, für deinen Lobgesang und für dein Klagelied.

Die Arena erwartet mich, ich muss in die Kampfbahn, der Tod erwartet mich und ein tapferer Torero.

Alle wollen Blut sehen, mein Tod wird in einem Duell sein, denn mein Leben ist nichts wert, nur das des Toreros

Meine Hörner gegen den Hohn derer, die mich nur erniedrigen wollen, die Bretter vibrieren, der Sand beobachtet nur

Mit seinem Umhang fordert er mich heraus

Wieder und wieder der Angriff, der Schmerz brennt in mir wie ein Scheiterhaufen.

Das Blut nässt meinen Körper, mein Leben entweicht, und der mutige Torero wird mit jedem “Olé” stärker

Weh Torero, du stichst mit deinen Schwertern einen Fächer bunter Farben in meinen Rücken.

Mein Blut ist wie ein Fluss in jeder Wunde.

Beschmutz deinen Umhang nicht, du hast deine Seele verloren!

Weh Torero, der du mir das Leben nimmst, in deiner Seele ist eine Dornenkrone.

Du blickst mir fest in die Augen.

Aber du siehst nicht, dass ich dich inständig bitte, dass ich deinen Zorn nicht begreife!

Stehend fordern sie meinen Tod, niemandem bedeutet mein Leben, mir fehlt der Atem, mein Blick geht ins Leere.

Mit seinem Umhang fordert er mich heraus

Wieder und wieder der Angriff, der Schmerz brennt in mir wie ein Scheiterhaufen.

Das Sonnenlicht in der Bahn, die Dunkelheit kommt, der Tod holt mich ohne Mitleid, mein Unglück.

Mein Herz schlägt laut und wird schwächer, der Sieg gehört dem Torero, der mit das Leben genommen hat.

Die Arena wartet auf den nächsten Kampf, auf den nächsten Henker, der nächste Stier soll kommen, soll kommen, damit es noch mehr Blut gibt.

Weh Torero, du hast mir das Leben genommen, hast meine Wunden für Applaus verkauft, und wieder ein Kampf, wieder ein Blick ins Leere, du hast deinen feigen Mut mit Blut beschmutzt!

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17th September 2008

76 Prozent aller Spanier sind gegen den Stiermord in Tordesillas

Gehetzt vom Mob, schwerverletzt und Blut spuckend, Aufnahmen die man versucht hat zu verhindern, sie werden um die Welt gehen.

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17th September 2008

Tordesillas in aller Munde

Nach elfminütigerr Hetzjagd starb Valentón den Lanzentod, er teilt sein trauriges Schicksal mit vielen anderen, doch noch nie haben so viele Fernsehsender von dem grausamen Ereignis berichtet, manche sogar live, innerhalb weniger Stunden waren die ersten Zeitungsberichte schon online veröffentlicht.
Ein gutes Zeichen, nicht nur in Spanien wird der Widerstand gegen das Fest “toro de la vega” immer größer, Tordesillas ist europaweit in aller Munde, bekannt als Schandfleck Spaniens, als Ort, an dem Sadismus im Namen einer mittelalterlichen Tradition celebriert wird wie anderswo das Weihnachtsfest.
Ein ungleicher Kampf, der Stier Valentón stand einem Mob von 30 000 Schaulustigen gegenüber, 300 Lanzenstecher zu Pferd und zahlreiche zu Fuß, geballte Feigheit gegen einen verschreckten Stier.
Teils betrunkene, Testosteron gesteuerte Hirne, die ihre nicht vorhandene Männlichkeit unter Beweis stellen wollten, Feigheit gepaart mit blutrünstigem Sadismus, Dummheit und Ignoranz gegenüber den nichtmenschlichen Tieren, dieser gefährliche Cocktail war das Todesurteil von Valentón. Immer wieder bohrten sich die messerscahrfen Lanzen in seinen geschunden Körper, rissen tiefe Wunden, auch in seine Seele, ließen ihn vor Schmerzen brüllen, bis er schließlich erschöpft zusammenbrach und der vermeintliche Held des Tages, Antonio Rodriguez, stolz den gerade zuvor abgeschnittenen blutigen Schwanz des Stieres präsentierte.
Armseliges, hinterwäldlerisches Spanien, eine Gesellschaft die den Blick für das Wesentliche verloren hat, eine Gesellschaft ohne Mitgefühl und des moralischen Werteverfalls, geführt von Politikern, die keinen Deut besser sind als die feigen Stiermörder.
Immer mehr Menschen kämpfen gegen diese, durch nichts zu rechtfertigende schandhafte Spektakel, gegen die Macht der Tauromachie, fürchten um die Folgen der Verrohung der Gesellschaft, erziehen ihre Kinder zur mitfühlenden Menschen, zu Verantwortung gegenüber den Tieren.
Gäbe es ein Guiness Buch der Grausamkeiten, Tordesillas würde sicherlich an unrühmlicher erster Stelle stehen.
Wir werden nicht aufgeben bis der “toro de la vega” der Vergangenheit angehört.

Presse:
El Pais
eldiariomontanes.es
nortecastilla.es
20minutos.es mit Video

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SOS Galgos - 2008 September 17

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