5th Februar 2009

Warum?

Eigentlich wird es der spanischen Bevölkerung ja schon sehr leicht gemacht, ein ungeliebtes Tier zu entsorgen, man geht in die nächstgelegene Perrera und ist das Problem los, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Ganz sauber und legal. Wem dieser Weg zu weit ist, das Aussetzen von Tieren ist noch bequemer, fällt nicht auf, da der Hund ja meistens sowieso nicht gechipt ist, falls doch, wird der Chip einfach aus dem Hals rausgeschnitten

Besonders dramatisch ist die Situation der Jagdhunde, sie leiden wie kein anderes Tier in Spanien.
Die Hemmschwelle derjenigen die aus reinem Spaß töten ist niedrig, Jagdhunde sind nichts weiter als das Instrument eines blutigen Zeitvertreibs, viele von ihnen erleben die Hölle auf Erden. Es beginnt schon mit der Geburt in irgendeinem dunklem dreckigen Verschlag, Entbehrung und fehlende Fürsorge vom ersten Lebenstag an, bis zum bitteren Ende. Erfüllt der Hund nicht seinen Zweck, ist er alt, krank oder bringt keinen Jagderfolg, wird er im günstigsten Fall “zum Teufel” gejagt, sich selbst überlassen oder man gönnt ihm einen schnellen Tod durch Erschießen.
Aber, ein echter Macho, der misshandelt seinen Hund, der nicht die gewünschte Leistung bei der Jagd gebracht hat, den Perversitäten sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Ist der Stolz des Jägers verletzt, entwickelt so manch einer von ihnen eine unglaubliche, kriminelle, bösartige Energie. Das Erhängen der Galgos hat sogar einen Namen, “Klavierspielen”, da der Galgo so gerade noch mit seinen Pfoten den Boden berührt und um sein Leben strampelt, so wie wenn ein Klavierspieler die Tasten schlägt, spielt der Galgo das Lied vom Tod, es hängen nicht nur Galgos. Aus purer Wut erschlagene Hunde deren Schmerzenschreie niemand weiter hört, außer sein kaltblütiger Besitzer, der nicht das geringste bisschen Mitgefühl empfindet, wie viele Brunnen bergen wohl solche düsteren Geheimnise? Skelette in stillen, einsamen, tiefen Gräbern sind das Zeugnis der grausamen Realität so vieler Jagdhunde.

Podenco, 9 Monate…….

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Angel, 10 Tage nachdem er die Tierklinik verlassen hat
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Dieser ca. 9 Monate alte Podenco wurde vor ca. 5 Wochen von einem Mitglied des Tierschutzvereins Asociación Protectora de Animales El Cau, in diesem schrecklichen Zusstand aufgefunden. Er muss schon einige Zeit so herumgeirrt sein, ohne dass ihm jemand geholfen hat. Angel wurde mit Hilfe der Hundefänger von Vinaroz auf einer Müllkippe eingefangen und sofort in eine Tierklinik gebracht.
Sein Hals war teilweise von einem dünnen Draht zerschnitten, der Draht lag so eng um den Hals, dass er die Blutgefäße abgedrückt hat und es zu einem enormen Blutstau im Kopf kam. Man hat den schon eingewachsenen Draht rausgeschnitten. Da er den Kopf nicht bewegen konnte, da der Draht sonst noch mehr einschnitt, hatte er auch kaum die Möglichkeit etwas zu fressen oder zu trinken. Angel ist noch kein Jahr alt.
Zudem hatte er ein gebrochenes Bein das nicht richtig verheilt war.
Ganze zwei Wochen musste der Podenco in der Tierklinik verbringen, wo er mehrere Male operiert wurde. Letzte Woche wurde das Bein operiert, er erholt sich zusehens. Der Podenco hat auch noch ein Problem mit einem Auge, da muß mann allerdings abwarten da es noch ein Überbleibsel von der extremen Entzündung seines Kopfes sein kann, die Tierschützer hoffen das es sich mit der Verbesserung seines Zustandes auch normalisieren wird.
Seine Genesung verläuft langsam, aber gut. Er ist verständlicherweise sehr misstrauisch, aber nach und nach zeigt er sich immer umgänglicher, aber das schwere Trauma welches er erlitten hat, wird Spuren hinterlassen, auch wenn die Zeit bekanntlich Wunden heilt, solch eine schwere Misshandlung wird seelische Wunden hinterlassen.
Der Podenco war nicht gechipt, man konnte so leider niemanden für diese grausame Tat anzeigen.
Sobald ich aktuelle Fotos habe werde ich wieder über ihn berichten.

Bis er vollständig genesen ist, wird es noch eine Weile dauern, die Familie die auch für ihn gefunden werden soll, sollte über entsprechende Hundeerfahrung verfügen.

Asociación Protectora de Animales El Cau

Bankverbindung für finanzielle Unterstützung

Asociación Protectora de Animales El Cau
CAIXA RURAL Vinaros
IBAN ES44 3174 5899 9311 5407 8123
BIC BCOEESMM174

Siehe auch:
Das ist Spanien
Victor lebt!
Victor siegt!
Victor, vom Tod zum Leben

Donnerstag, Februar 5th, 2009, 00:34 | Allgemein | kommentieren | Trackback

6 Kommentare zu “Warum?”

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  1. 1 5. Februar 2009, Ursula Seeger schreibt:

    Mein Gott, ich kann es kaum glauben, was muß dieses Tier gelitten haben. Es kann doch nicht wahr sein, daß niemand diesen Hund gesehen hat!! Verdammt sollte jeder sein, der ihn gesehen und nicht geholten hat. Es ist zum Verrücktwerden, hört das denn nie auf? Wie viele Tiere leiden genauso und werden nie entdeckt, weil sie einsam und qualvoll irgendwo verenden. Man schämt sich fast, zu dieser Spezie Mensch zu gehören, die zu solchen Taten fähig sind!

  2. 2 5. Februar 2009, Valentina La Galga schreibt:

    Afortunadamente a día de hoy está mejor y hay una veterinaria interesada en adoptarle :)

    Glücklicherweise geht es ihm schon besser und eine Tierärztin in an seiner Adoption interessiert.

  3. 3 9. Februar 2009, Mia Kern schreibt:

    Ich bin einfach nur sprachlos,unglaublich.

  4. 4 10. Februar 2009, Carmen schreibt:

    Lieber Gott, wie lange schaust Du noch zu ?
    Hilf den armen Tieren.

  5. 5 12. Februar 2009, Beate Rieder schreibt:

    Welches Leid wird den Tieren noch angetan?Es ist unglaublich wozu Menschen fähig sind.Die Menschen die den Hund gesehen,aber nicht geholfen haben,sind genauso schuldig,wie der Mensch,der dem Hund das angetan hat.

  6. 6 19. Oktober 2011, Dr. Sigrid Neef schreibt:

    Mögen wir alle Kraft weiterhin haben, um solchem Leiden mit Helfen zu begegnen, möge uns nicht die Verzweiflung übermannen. Danke, dass ihm geholfen wurde! Sigrid vom Katzenhaus Liebenau in Hessen/Detuschland

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