10th März 2010

Aus dem Tagebuch einer Tierschützerin: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Am Samstag, den 6. März würde es endlich soweit sein. Für Inca, die kleine Bretonenhündin, würde dies der erste Tag ihres neuen Lebens sein.

Zwar hatte Gut Aiderbichl sich bereit erklärt, die Kleine aufzunehmen und auch
operieren zu lassen, doch für den Transport nach München musste ich aufkommen.Was angesichts meiner finanziellen Situation unmöglich war. Und so verbrachte Inca drei lange einsame Monate wartend in einem meiner Zimmer. Doch da erbarmten sich drei Personen der kleinen Inca. Ohne den finanziellen Einsatz von Bruni, Jürgen und Hardy hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, die Kleine nach Deutschland zu bringen.

Geimpft war sie schon, es fehlte noch der Microchip, Impf- und Reisepass. Am Donnerstag zuvor holte ich Loli, eine “meiner” Tierärztinnen von der Klinik ab und los ging es. Inca, ängstlich wie immer, hatte sich auf ihrem Lieblingsplatz versteckt: unter meinen Röcken, die da auf einer Kleiderstange hingen.

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Mit einer dicken Decke bedeckte ich ihren Kopf, damit Loli ihr eine Beruhigungsspritze geben konnte, denn sie liess sich nicht anfassen. Zumal war sie in einer sicheren Ecke, da kam man nicht so leicht an sie heran. Nur von vorn. Und da waren ihre blitzenden Zähnchen.

Leicht betäubt trugen wir sie aus ihrer schützenden Ecke, Loli untersuchte sie, säuberte ihr noch die Ohren, dann wurde der Microchip eingepflanzt. Ich nutzte die Willenlosigkeit von Inca schamlos aus, indem ich ihr das Brustgeschirr und ein Halsband anlegte, denn ich sah schon kommen, dass am Samstagmorgen mit heftigem Widerstand von seiten Incas zu rechnen war. Vorsichtshalber ließ mir Loli noch eine Betäubungsspritze da.

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Die neue Reisebox, die ich dank der eingegangen Spenden kaufen konnte, legte ich mit zwei molligen Decken aus und darauf noch ein paar Auflagen, falls mal ein “Malheur” passieren sollte. Maulkorb und Leinen lagen bereit. Na, es konnte losgehen. Wir mussten nur noch auf den Samstag warten.

Am Samstag klingelte um 2.30 h wie jede Nacht der Wecker. Auf gings, zur Katzenrunde. Um 4 h gab ich Inca ihr letztes Futter in Spanien, Hühnerbrühe mit etwas Hühnerbrust. Leicht sollte es sein, nicht dass sie auf der Reise noch erbricht. Dann kam der Moment der Momente: Inca sollte in die Box. Angstvoll biss sie um sich. Ich versuchte, sie in die dicke Decke zu wickeln, aber panisch vor Angst, strampelte sie sich immer wieder frei und schlüpfte in ihre “Rock”-Ecke.

Tja, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, griff ich zur Spritze und wartete bis sie wirkte. Doch diesmal war das Ergebnis nicht das erwünschte. Sie war zwar etwas unkontrolliert, aber durchaus im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte. Mist. So konnte das nicht weitergehen. Ich warf die Decke über ihren Kopf, schnappte sie kurzerhand am Brustgeschirr und trug sie in die Mitte vom Zimmer.

Da offenbarte sich, was ich schon errrochen hatte: Sie hatte Kot abgesetzt, ziemlich weichen und lag mit ihrem Hinterteilchen mitten drin. Hatte ich doch geahnt, dass diese Betäubungsspritze schuld an dem Durchfall von den zwei vorigen Tagen war. Und jetzt eben wieder.

Auch die Hinterpfoten waren beschmutzt. So konnte sie doch nicht auf Reisen gehen. Ich ließ sie mit bedecktem Kopf liegen und sauste nach Wasserschüssel und Küchenpapier. Sie ließ die Säuberungsprozedur steif vor Angst über sich ergehen. Da entleerte sich ihr Darm aufs Neue. Oh nein. Mist aber auch.

Ich wollte hinausrennen, um eine neue Papierrolle zu holen, da seh ich, wie sie sich zurück in ihre Ecke schleppen will. Mitten hindurch durch den neuen Haufen und hinein in den alten. Ich drehte auf dem Absatz um, verlor dabei den Schlappen und trat besockten Fußes mitten in die sich auf dem Boden befindende Wasserschüssel. Ich holte den triefenden Fuß heraus und trat anschließend damit mitten hinein in die vor Kot beschmutzten Papiertücher. (……….)

Ich ließ Inca Inca sein und tappte nassen Fußes in die Küche, schon vollkommen genervt, holte eine neue Papierrolle und begab mich wieder in die Schlacht. Inca dachte gar nicht mehr daran vor Angst zu schnappen, sie bemerkte wohl meinen Gemütszustand, der in jenem Moment nicht gerade der Beste war.

Ich trug sie wieder am Brustgeschirr hinaus und versuchte, sie zu säubern. Aber ich ließ dann entnervt die Hände sinken. Ich wischte nur dumm herum, sauber wurde sie nicht. Ich hätte sie eigentlich duschen sollen, doch dafür war keine Zeit mehr. So bugsierte ich sie langsam in die Box. Den Maulkorb legte ich ihr um, aber der taugte eh zu nichts. Er war viel zu gross für sie.
Die Leinen hatte ich schon angebracht, damit ich sie so am Flughafen leicht aus der Box bekommen konnte.

Ich schleifte die Box bis zum Aufzug und ließ sie dort stehen. Jetzt war erst einmal ich dran. Meine kotbeschmutzen Hände reinigte ich mit viel Seife und Wasser. Ich sah auf das Chaos in Incas Zimmer. Na, das werde ich alles säubern, wenn ich zurück bin.

Martina hatte mir am Tag zuvor geraten, mich ja warm anzuziehen. In Wuppertal waren es tagsüber 2 Grad plus und nachts 7 Grad minus. Na, und in München wird es auch nicht gerade viel wärmer sein, nur weil es weiter im Süden liegt. So hatte ich also schon die Skiunterwäsche und dicke Socken herausgelegt, um blaugefrorenen Füssen und Lippen vorzubeugen.

Was sich aber bei 17 Grad und Sonne in Spanien als sehr schweisstreibend erwies, wie sich alsbald herausstellen sollte. Ich verfrachtete Inca mit Box im Wagen, schloss alle Türen ab und prallte beim Einsteigen zurück: Incas “Aroma” hatte sich schon im gesamten Auto verbreitet. Sofort kurbelte ich die Seitenfenster herunter und stellte das Gebläse auf Hochtouren.

Ich lag schon 10 Minuten hinter der Zeit, was hiess, dass ich jetzt mit 120 Sachen über die Autobahn rasen musste und nicht wie üblich mit 80 km/h herumtuckern konnte. Nun denn. Los gings. Letzter Blick nach hinten zu Inca, die ganz verstört in ihrer Box saß und nicht wusste, was da nun geschah. Armes Ding.

Die Schuhmacher-Gene, die wohl jeder Deutsche von der Zeugung an in sich trägt, kamen bei mir auf der Autobahn voll zum Ausbruch. Nicht umsonst sind wir Deutschen als Raservolk Europas verschrien. Es liegt wohl irgendwie in unserer Natur, und nicht erst seitdem unserer vielfacher Formel-I-Weltmeister unter uns weilt.

So raste ich denn mit angelegten Ohren und konzentriertem Geschwindigkeitsgesicht gen Barcelona. Das alte Auto klapperte und quietschte an allen Ecken und Enden, aber der Gedanke, zu spät zu kommen, das Flugzeug zu verpassen, liess mich nur noch mehr aufs Gaspedal treten. Ich überholte alle aus dem Bett gefallenen und mit 60 Sachen dahinschleichenden Spanier (Hihi, Vergleich Schuhmacher:Alonso).

Am Flughafen

Etwas leicht durchfroren durch den Fahrtwind, der durch die offenen Seitenfenster und das Gebläse hereinströmte, parkte ich voller Elan vor dem Terminal B. Wie immer. Mein Unterbewusstsein registrierte zwar die wenigen dort geparkten Autos, wo man eigentlich sonst kaum einen Platz in den ersten Reihen bekam, aber ich war jetzt voll auf das, was da kommen würde, konzentriert.

Ich flitze nach einem Kofferkarren, hievte ächzend Inca plus Box darauf, band sie vorsichtshalber fest. Ich erinnerte mich noch an die Plackerei mit der Box von Mimoso. Mann, das war was. Und schon befand ich mich auf dem Weg ins Terminal. Ich frohlockte. Lief doch alles wie am Schnürchen. Die vertrödelten 10 Minuten hatte ich wieder hereingeholt, ganz im Schumacher-Stil.

Wir, Inca und ich, traten durch die große Eingangstür und …. seltsam, wie wenig Leute in dieser Riesenhalle sind. Naja, Samstagfrüh. Sind vielleicht nicht so viele Reisende unterwegs. Ich suchte meinen Flug auf der großen Anzeigetafel und fand ihn nicht. Nanu? Wieso….? Äh….? Was nun? Ich schaute mich ratlos um.

Ganz weit vorn war ein Informationsstand, da rollten wir beide dann gleich mal hin, zeigte den uniformierten Damen die ausgedruckten Flugdaten und sie meinten lapidar , dass ich den Bus nehmen müsse. Bus???? Was für ein Bus? Ja, das sei in Terminal 1 und nicht mehr hier. ????? Und kann ich da nicht eben hinlaufen, muss ich da mit einem Bus fahren? Eine der Damen meinte trocken, dass es mit dem Bus 10 Minuten sind. Ach du grüne Neune. Wo haben die denn dieses neue Terminal hingesetzt? In Tarragona?

Langsam dämmerte es mir, dass sich doch der Flughafen im Um- und Neubau befand. Ja, das kommt davon, wenn man keine spanischen Nachrichten im Fernseher schaut. Und jetzt hatte ich den Salat. Inca und ich begaben uns nach draußen, suchten nach dieser bestimmten Bushaltestelle, aha, dort vorn. Forschen Schrittes begab ich mich zum Eingang, fragte, ob ich mit Box samt Kofferkarren hinein darf, der verschlafene Busfahrer bejahte.

Ächzend zerrte ich den Karren in den mittleren Teil des Busses, da ging dem Busfahrer ein Licht auf. Nee, der Karren darf nicht mit rein. Aber ich hatte Sie doch vorhin gefragt. Nein, das habe ich nicht. Wie????? Ich schluckte eine entsprechende Bemerkung hinunter, zog Inca vom Karren und den Karren nach draußen.

Die dicken Socken und die Skiunterwäsche machten sich ungemütlicherweise bemerkbar. Endlich ging es los. Aufmerksam beobachtete ich die Fahrtroute des Busses. Wir brauchten gut 15 Minuten bis wir am Terminal 1 ankamen. Sauber. Insgesamt hatte ich schon sicher eine halbe Stunde umsonst vertan. Besorgnis machte sich in mir breit. Meine Stirn war ab da dauergerunzelt.

Raus aus dem Bus, hinein in die Halle. Und nun? Anzeigentafel. Ok. Aha, da ist er ja, mein Flug. Schalter sowieso. Beschwingt lenke ich Incas Karren Richtung Schalter und pralle jäh zurück. Eine Schlange. Eine riesige menschliche Schlange, gleich einer überdimensionalen Boa Constructor wand sich vor den wenigen Schaltern !!!!

Naja, da musste ich durch bzw. hin. Ich reihte mich ergeben ein, wurde jedoch die Unruhe, die schon vor einer halben Stunde von mir Besitz ergriffen hatte, nicht los. Nach 10 Metern Schlange stehen und dauergerunzelter Stirn, bat ich einen netten Herrn vor mir, doch bitte kurz auf Inca aufzupassen, damit ich an einem anderen Schalter nachfragen konnte, ob ich da wo ich gerade Schlange stehe, auch richtig bin.

Ich hastete zu einem der leeren Schalter der gleichen Fluggesellschaft, an dem oben zwar “Helsinki” und nicht “München” stand, aber Auskunft konnte mir die nette uniformierte Dame sicher geben. Ich brachte mein Anliegen vor worauf ich angeraunzt wurde, wieso ich so spät dran sei. Mit einem Hund muss man immer sehr viel früher kommen.

Da half es nichts, dass ich zur Entschuldigung mein Unwissen über die Um- und Neubauten des Barceloner Flughafens zum Ausdruck brachte. Schließlich fliege ich höchstens einmal im Jahr irgendwohin. Aber das interessierte die Bodenstewardess wenig. Sie befahl mir, mich schleunigst mitsamt Inca vor ihr zu präsentieren. Ich sauste zurück zu Inca, bedankte mich im Weghasten bei dem netten Herrn, der auf sie aufgepasst hatte und begab mich in die energischen Hände der uniformierten Dame.

Ich holte die Geldbörse heraus, da ich ja noch den Flug für Inca bezahlen musste. Beim online-buchen hatte man verschwitzt, Inca mit rein zunehmen. Macht ja nichts. Das zahle ich eben jetzt am Schalter.

Von wegen. Die energische Dame sagte, dass ich das an dem Schalter so-und-so bezahlen müsste. Oh nein. Im davoneilen drangen noch ihre Worte an mein Ohr: „Beeilen Sie sich. Sie werden sonst den Flug verpassen. Wenn eine Schlange vor dem Schalter ist, bitten Sie, dass man sie vorlässt“.

Auch dass noch!!!! Verzweifelt suchte ich im Dauerlauf diesen verflixten Schalter. Endlich hatte ich ihn. Von wegen “gleich links um die Ecke”. Links und 50 m weiter unten, wäre die genauere Wegbeschreibung gewesen. Und es befanden sich so 10 Personen vor dem Schalter, geduldig wartend. Und da kam ich und musste mich vordrängeln.

In drei verschiedenen Sprachen haspelnd erklärte ich den Anwesenden mein Problem, worauf man mich gnädigerweise vorließ. Doch auch so schien es, als ob die, die gerade am Schalter bedient wurden, sich dort bequem niederließen. Nach einer Ewigkeit war ich endlich dran. Der Kassierer war so was von langsam. Nebenbei witzelte er auch noch mit seinen weiblichen Kolleginnen.

Endlich bekam ich die Papiere für Inca und zurück gings im Dauerlauf zu der strengen uniformierten Dame am ersten Schalter. Die hätte gut und gern als Feldwebel bei der Bundeswehr anfangen können. Da stand schon eine andere uniformierte Dame, vom Uniformtyp her “Einsatzpolizei” mit Stiefeln und so. Plus Käppi. Und Walky-Talky. Jaja, fesch sah sie aus, die Bodenstewardess. Und dazu noch die wichtige Miene und der Befehlston. Passte alles zusammen.

Sie wies mir den Weg in einen nicht zu enden wollenden Flur. Endlich ging eine Tür auf, ein Aufzug. Aha. Hinein mit uns. Ich hielt meine Platzangst tapfer unter Kontrolle. Oben kamen wir in einem verschlossen Raum an. Nackt und kahl, irgendwie wie ein Verhörraum. Mitten drin prangte ein riesiger Scanner und noch ein uniformierter Mensch. Diesmal einer der männlichen Gattung. Nun, das wars. Liebe Inca, wie bekomm ich dich aus der Box, ohne dass meine Hände Schaden nehmen?

Die Stimme des Scanner-Menschen tönte energisch durch den kahlen Raum: „Der Hund muss aus der Box“. Ich wusste es. Ich fragte vorsichtig nach, ob man denn nicht die Box mitsamt dem Hund scannen könnte. Ein strenges “Nein” war die Antwort.

Ergeben kniete ich mich vor der Box nieder und öffnete sie langsam. Inca schaute mich panisch vor Angst an. Ich sprach leise auf sie ein, während ich nach den beiden Leinenenden suchte. Vorsichtig zog ich sie dann aus der Box. Da lag sie, vor mir auf dem Boden, ein kleines Häuflein Elend, zitternd, zusammengekauert und kotverschmiert.

Die Box wurde durch den Tunnel gejagt und ich wurde angewiesen, Inca zu dem ihr zuständigen Scanner zu bringen. Da sie partout nicht aufstehen wollte, hob ich sie am Brustgeschirr hoch. Insgeheim klopfte ich mir selbst auf die Schulter für die Idee, ihr auch ein solches Geschirr gekauft zu haben. Ich hatte da meine Vorahnungen.

Ich setzte sie vor dem Scannerbogen ab und schob sie hindurch. Natürlich schrillte es laut, denn die Metallteile an Brustgeschirr und Halsband lösten Alarm aus. Ich sollte dem Hund alles abnehmen. Oh Mann. Ich erklärte, dass die kleine Hündin schreckliche Angst vor Menschen hat und aus Panik gerne mal zuschnappt.

Aber das war den dort anwesenden Herren und der Bodenstewardess Typ “Einsatzpolizei” egal. Vorsichtig befreite ich Inca von den verlangten Teilen und währenddessen hatte die “Einsatzpolizei” nichts besseres zu tun, als die Tür, die raus ins Freie führte, zu öffnen. Ich bat sie, dieselbe schleunigst zu schließen, da wir Gefahr laufen, dass uns die Hündin entwischt.

Worauf sie lachte und meinte, dass schon nichts passieren würde. Da wars aber vorbei mit meiner Geduld. Ich herrschte sie an, dass ich ja wohl ganz sicher mehr Erfahrung im Umgang von Hunden hätte und sie die Tür sofort schließen möge. Sollte die Hündin, so wie sie jetzt war, ohne Halsband ohne nichts und voller Panik durch die Tür entwischen, würde man ihrer nicht mehr habhaft werden.

Worauf die “Einsatzpolizei” sich dann doch eines Besseren besann und die Tür wieder schloss. Ich brummte in mich hinein. Ist doch wahr, Mensch. So schob ich dann das kleine zitternde Etwas durch den Scanner. Meine Hände waren zwischenzeitlich schon vollkommen kotbeschmiert.

Inca merkte wohl, dass es sich heute um einen Ausnahmezustand handelte und ließ sich steif vor Angst wieder alles anlegen und in die Box bugsieren. Als ich mich schwitzend aufstellte, hielt mich die “Einsatzpolizei” dazu an, mich zu beeilen, denn ich würde den Flug verpassen. Es sei schon viel zu viel Zeit verronnen.

Mit einem letzten Blick auf Inca, die schon nach draußen rollte, hastete ich die Halle entlang und suchte den Sicherheitsbereich. Oh nein. Eine erneute Boa Constrictor von bisher unbekannten Ausmassen, länger als die erste, wand sich vor dem benannten Bereich. Tja, da half nichts. Ich musste mich vordrängeln, sonst würde ich das Flugzeug verpassen. Ich glitt durch die Trennbänder hindurch, ständig “Permisso”, “Verzeihung” “Pardon” und “Sorry” vor mich hinmurmelnd, wobei ich einige missmutige Blicke auf mich zog. Immer wieder blieb ich mit dem großen Rucksack, der in München mit Leckereien aller Art gefüllt werden sollte, in den oberen Bändern hängen, was mich fast wiederum ins Fallen brachte. Oh Mann. Was für ein Stress.

Endlich am Kopf der Boa Constrictor angekommen trennten mich nur noch drei Damen vom Scanner. Ich erzählte ihnen mein Anliegen, ein Glück, dass es Spanierinnen waren, in jeder anderen Sprache hätte ich mich hoffnungslos verhaspelt, so nervös wie ich war. Sicher waren es tierliebe Menschen, denn sie ließen mir den Vortritt. Ein Glück.

So, und jetzt? Wohin musste ich meine Schritte lenken? Info-Stand. Ok. Dorthin. Der nette Herr rief mir noch nach, dass ich mich sputen müsse, mein Flug ginge gleich. So angespornt vom halben Bodenpersonal des Barceloner Flughafens hastete ich diesen breiten verglasten Flur entlang. Jemand rief mir zu, dass mein Rucksack offen sei. Verdammt. Auch das noch. Hoffentlich habe ich jetzt nichts verloren. Mist aber auch.

Da endlich, nach schier endlos erscheinenden Kilometern erschien rechts von mir G 28. Man sollte den Flugpassagieren irgendein ungefährliches aber flottes Fortbewegungsmittel zur Verfügung stellen. Kleine Taxis, Roller, Rikschas oder so etwas in der Art. So kämen die “Zu-spät-Kommer” nicht mit hängender Zunge und schwitzend in letzter Minute am entsprechenden Gate an. So wie ich.

Während ich auf den uniformierten Herrn hinter dem entsprechenden Schalter losstürzte, Pass und Flugticket ihm schon von weitem entgegenstreckend, bemerkte ich noch aus Augenwinkeln heraus, wie wenig Leute auf diesen zu diesem Gate gehörenden Bänken sassen. Schwer atmend, mit vor Blut klopfenden Schläfen und rauschenden Ohren hielt ich mich an der Kante des Schalters fest.

So konnte ich kaum was hören, von dem was der nette Herr mir sagte, ich sah nur, wie er bedauernd den Kopf schüttelte und vernahm ein paar Wortbrocken auf italienisch. “Estate”…. “volo”….. Wie? Was? Wie bitte? Ich blickte durch die Glaswand hinter ihm und konnte kein wartendes Flugzeug hinter dem Gang ausmachen. Und ich konnte auch keine Fluggäste auf den entsprechenden Bänken ausmachen. Und immer wieder schüttelte der Herr mit bedauernder Miene den Kopf und dazu murmelte er auf italienisch.

Ich schluckte trocken. Nein. Das darf doch nicht wahr sein! Ich hab den Flug verpasst? Du lieber Himmel. Und Inca? Fliegt sie jetzt allein dort über den Wolken nach München? Rat- und fassungslos blickte ich dorthin, wo eigentlich mein Flieger stehen müsste. Fieberhaft begann ich zu überlegen. Und jetzt? Ich muss sofort Ingrid anrufen. So ein Mist aber auch. Und ich war doch eineinhalb Stunden vor der Zeit da. So viel Zeit hab ich verloren? Ich schimpfte in mich hinein.

Da kam ein Kollege des kopfschüttelnden Herrn heran und pflaumte ihn an “Mensch, sprich doch spanisch mit ihr”. Ja, genau. Spanisch. Wieso redet der eigentlich italienisch mit mir? Seh ich aus wie ne Italienerin? Ich mit meinem Gesicht, an dem man schon von weitem ansieht, dass es teutonischer Abstammung ist. Genau, spanisch muss er mit mir reden.

Langsam hatte ich die für mich normale Atem- und Herzfrequenz wiedererlangt und konnte daher den folgenden Worten des kopfschüttelnden Herrns aufmerksam folgen, diesmal auf spanisch: Mein Flug war noch gar nicht aufgerufen worden. Es wäre noch genug Zeit. Keine Sorge. Im Geiste packte ich die “Feldwebel”, die “Einsatzpolizei”, den Scanner-Menschen und den vom letzten Infostand am Kragen und schüttelte sie ordentlich durch. So, sooo, von wegen “Flug verpassen”. Da hab ich mich abgehetzt, für nichts und wider nichts.

Schweißgebadet stand ich unschlüssig vor dem Schalter. Na, erst mal zur Toilette, bisschen frisch machen. Dicke Schweißtropfen prangten auf meiner Stirn, die Wangen rot wie bei Rotkäppchen, die Haare zerzaust und die Skiunterwäsche…….. ohne Worte. Hoffte nur, dass es sich auch auszahlte, diese warme Kleidung angezogen zu haben.

Auf dem Weg zum Frischmachen kamen mir Leute der überdimensionalen Boa Constrictor entgegen. Ich bekam einige klar zu deutende Blicke zu spüren. Ein Herr sprach mich sogar an. Das war einer aus der ersten Boa. Er hatte Inca gesehen und beglückwünschte mich zu dieser außerordentlich hübschen Hündin. Ob ich denn auch mit ihr züchten würde? Wetten, dass das ein Jäger war?

Nach einigen Gesichtsduschen mit kalten Wasser mit vorherigem ordentlichen Einseifen meiner kotverschmierten Hände, hörte ich mein Handy klingeln. Es war eine Dame namens Laura, die eine Straßenkatze aufgelesen hat, die irgendwas mit dem Unterkiefer hat, die aber ganz zahm ist und sie nicht weiß was sie machen soll und dachte, dass ich sie doch aufnehmen könnte.

Es begann ein Hin- und Hertelefonieren mit meinem Sohn, mit Tierklinik und mit dieser Dame. Nach einigen Lösungen, die wieder verworfen wurden, verblieben wir so, dass sie die Katze zum Tierarzt bringt (sie wollte, dass ich das mache, klar, die Rechnung hätte ich dann bezahlen dürfen) und je nach dem, wie der Befund ausfiele, Euthanasie oder nicht, könne sie dann das Tier bei meinem Sohn abgeben und wir würden dann weitersehen, wenn ich wieder zuhause wäre. Da kann ich Inca endlich nach München bringen und schon hab ich wieder ein neues Problem am Hals. Ich seufzte laut.

Brav wartete ich auf der Bank auf meinen Flug, da ertönte eine freundliche Stimme, die uns mitteilte, dass sich unser Flug 15 Minuten verspäten würde, da über München ein Unwetter herniedergeht. Ich lachte. Wetten, dass das ein Schneesturm ist. Tage zuvor hatte ich mit Ingrid aus Dachau, die liebe Freundin, die Inca und mich in München erwartet, gescherzt, dass ich gerne eine Schneeballschlacht machen würde. Ich habe schon so lange keinen Schnee mehr gesehen. Sie teilte mir aber mit, dass in München schon alles grün sei. Haha, von wegen. Ich hoffte, dass es sich um Schnee und nicht um Regen handelte.

München

Endlich konnte ich es mir auf meinem Fensterplatz gemütlich machen. Holte den von meinem Sohn geliehenen Laptop heraus, da ich eine Menge Arbeit hatte. Seit Wochen kann ich mich nicht so wie zuvor der Tierschutzarbeit widmen. Zu viele private Probleme hatten sich mir in den Weg gestellt, die nach Lösung verlangten. Daher wollte ich jetzt die zwei Stunden Flug nutzen, um alle Anfragen, Bitten und liebe Freundes-Mails beantworten zu können.

War aber nichts. Denn: über den Wolken gibts kein Internet. Trotz Modem USB. Als ich mich nach meiner Rückkehr darüber beschwerte, lachte mein Sohn laut. „Mami, das ist ein spanisches Unternehmen, das nicht mal in alle Winkel unseres eigenen Landes reicht und dann verlangst du von denen auch noch, dass die was weiß ich tausende von Metern hoch in den Himmel reichen und sogar bis ins Ausland?“ Hm. Soviel zur Mailbewältigung im Flugzeug.

Allmählich machte sich Müdigkeit in mir breit. Logisch, vor ein paar Stunden war ich noch über meinen verflixten Zaun geklettert und danach einen Marathonlauf im Barceloner Flughafen hingelegt. Ich war jetzt schon fix und fertig. Und mir stand noch München bevor. Dass ich die nächsten zwei Tage auf dem Sofa liegend verbringen würde, war mir eh schon klar. Ich nutzte die Zeit, um etwas vor mich hinzudösen. Über Südfrankreich konnte man noch das darunter liegende Land betrachten, irgendwann schlief ich ein und sah dann nur noch eine weiße, dicke Wolkendecke.

Irgendwann riss sie auf und es begrüsste mich ein ganz in weiß getauchtes Bayern. Schluchz. Heimat. Da bin ich wieder. Gerührt schaute ich auf die spitzgiebeligen Häuser, die verschneiten Wälder und Wiesen. Ich schmunzelte. Die arme Ingrid sehnte sich schon so nach dem Frühling und jetzt lag wieder mal Schnee. Und ich freute mich hingegen wie ein Schneekönig. Ich konnte den Schnee sogar schon riechen. Insgeheim beglückwünschte ich mich doch noch zu der Entscheidung der Skiunterwäsche. Es hatte sich also gelohnt, in Spanien zu schwitzen.

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Unser Flugzeug musste unendliche Warteschleifen ziehen, da in München wohl alles wegen des Schnees Kopf stand. Während ich die verschneite bayerische Landschaft von oben betrachtete, überlegte ich, ob wir wohl auch Utes und Gittas Häuser überflogen. Doch dann war es endlich soweit, ich rollte mit Inca hinaus in die Halle, überlegte für einen Moment, wer von diesen vielen wartenden Menschen, die mir da entgegenblickten, wohl Ingrid war. Wir kannten uns ja bisher nur vom Internet und von einigen Fotos, die wir uns zugeschickt hatten.

Da ertönte ein Rufen links von mir und da stand sie: Die liebe Ingrid aus Dachau, die sich Inca und meiner annehmen würde. Wir begrüssten uns als ob wir uns schon ewig kennen würden. Sie stellte mir dann auch ihren Begleiter vor, Helmut, ein echtes “Münchner Kindl” wie er später erzählte. Ah, das tat gut. Endlich mal wieder richtiges bayerisch zu hören. In live-Ausgabe sozusagen. Im Fernsehen verpass ich keine einzige Serie, die in Bayern oder Österreich spielt. Das Heimweh ist eben groß, so nach 22 Jahren Spanien.

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Dicke Schneeflocken, die langsam vom Himmel fielen, begrüssten mich, als wir aus der Halle auf die Strasse traten. Helmut und Ingrid beobachteten mich mit teils amüsierten, teils unverständlichen Blicken, wie ich mich über den Schnee freute. Helmut schaltete sein Navy auf Unitierklinik München und los gings. Ich bemerkte schnell, dass ich wieder in Deutschland war. In Spanien liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 120 km/h. Helmuts BMW fraß die Autobahn mit 160 km/h. Hihi, wie war das doch mit den Schuhmacher-Genen?

Während der Navy uns den Weg wies, blickte ich verzückt auf die weiße Winterlandschaft, während ich eifrig mit Ingrid plauderte. Aber schneller als mir lieb gewesen wäre, kamen wir in der Uni-Tierklinik an. Nun wurde mir doch mein Herz etwas schwer. Dies war der Ort, an dem ich die kleine Inca übergeben musste. Ab hier und heute würden über ihr Schicksal andere Menschen entscheiden.

Es begrüsste uns ein junger Tierarzt, dessen Namen ich leider vergessen habe und Helmut und Ingrid trugen Inca mitsamt Box hinein. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Ich holte Inca aus der Box und sie blieb wie am Boden klebend liegen. Der junge Tierarzt stülpte ihr einen dieser schwarzen Stoffmaulkörbe um, vorsichtshalber. Aber die Kleine war damit nicht einverstanden und schob ihn von ihrem Schnäuzchen.

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Sobald sie sich von diesem lästigen Ding befreit hatte, erhob sie sich und schnüffelte neugierig nach Jagdhundmanier überall herum. Danach wurde sie noch untersucht, mir ein paar Fragen gestellt und dann war es soweit. Aber ich bat noch um einige Abschiedsfotos, die mir auch gewährt wurden, doch auch das ging vorbei.

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Eine junge Dame in weißem Kittel führte Inca hinaus in den Flur und dann entschwanden beide durch eine breite Schiebetür. Ein paar Tränchen zerdrückte ich schon. Im Geiste sah ich sie noch einmal auf der Autobahn, wie sie von dem rechten Vorderreifen eines Wagens erfasst wurde, unten hindurch kullerte und dann hinten wieder herausgeschleudert wurde, wo sie wimmernd und zitternd liegen blieb.

Aber die Aiderbichler würden sich schon gut um sie kümmern und auf dem Sonnenhof erwartete sie eine, nie besser gesagt, sonnige Zukunft. Selbst dann, sollte sie niemals ein Zuhause finden würden, hätte sie immer noch ein besseres Leben auf dem Sonnenhof als in dem Dreckloch, in dem sie mit anderen Leidensgenossen eingesperrt war und wo sie ihrem Besitzer nur als Gebärmschine diente, damit auch immer genug Nachschub an neuen Jagdhunden da war.

Inca braucht einen Menschen mit viel Liebe und Geduld, denn sie ist voller Angst und Misstrauen. Sie muss erst noch lernen, dass Menschenhände nicht nur Schmerz bedeuten. Und sie muss auch noch lernen, dass man seine körperlichen Bedürfnisse nicht dort verrichtet wo man schläft und frisst. In diesem Loch, in dem sie eingepfercht war, gab es ja keine andere Möglichkeit. Aber jetzt, wo sie ein neues Leben im Kreis einer Familie erwartet, wird man ihr erst zeigen müssen, dass man getrennte Fress-, Schlaf- und Kotplätze hat. Deshalb wäre eine Person mit viel Hundeverstand schon von Vorteil.

Nach der Uni-Klinik wollte ich dann die Münchner Innenstadt unsicher machen. Aber da das Flugzeug eineinhalb Stunden Verspätung gehabt hatte, blieb uns nur eine knappe Stunde um meine Lieblingsstadt zu besuchen. Wir spazierten über die schneebedeckte Kauffinger Strasse und den Marienplatz und wieder zurück.

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Aber natürlich nicht ohne noch vorher Brezel, Mohnsemmel und verschiedenes leckeres Backwerk gekauft zu haben. Das gibts nämlich nicht in Spanien. Spanier können keine Kuchen backen. Und auch kein Brot. Mein Sohn hatte mir extra seinen großen Sportrucksack mitgegeben, damit ich auch so viel wie möglich hineinbekomme. Aber da war ja noch die leere Box von Inca, die gefüllt werden konnte. Ich hätte ja am liebsten ein ganzes Kaufhaus mit nach Spanien genommen.

So gut es ging lenkte Helmut seinen großen BMW aus diesem winzigen Parkhaus, für das man einen Schuhlöffel bräuchte um da rein und wieder rauszukommen, wie er nachdrücklich auf gut bayerisch bemerkte. Danach ging es leider schon wieder Richtung Flughafen. Immer wieder warf ich sehnsüchtige Blicke dorthin, wo ich die Berge vermutete. Man sah sie leider nicht, weil alles voller Wolken hing. Und gerade auf dem Rückweg fing es wieder an zu schneien. Und diesmal ordentlich.

Am Flughafen aßen wir noch zu Abend, im Hofbräuhaus, logisch. Was will ich bei einem Thailandesen wo ich schon mal in München bin? Die Käsespätzle mundeten hervorragend, bekam sie aber nicht alle auf, weil ich ja zuvor schon ein Brezel und eine Käsetasche verdrückt hatte. Leider kam der Abschied viel zu früh, wie immer, wenn man sich wohlfühlt.

Ingrid begleitete mich noch hinunter zum Sicherheitsbereich, alles Gute und wir werden uns schon noch wieder mal sehen und wir schreiben uns und nochmal drücken und nochmal winken und weg war ich. Natürlich hatte auch dieser Flug Verspätung. Schneeräummaschinen rasten unaufhörlich über den Flugplatz. Dann war unser Flugzeug auch noch eingefroren. Da musste jetzt erst mal ein Spezialfahrzeug kommen und dem Flieger von oben ein “Frostschutzmittel” über das Dach spritzen. Aber danach gings los. Es war schon dunkel und so verabschiedeten mich die Lichter Münchens als letzten Gruß der Heimat.

Ich versuchte schon etwas vorzuschlafen, denn zuhause hatte ich jetzt erstmal ein Katzenproblem. Was wohl mit dem Unterkiefer dieser Katze war? Und dann musste das Zimmer von Inca noch gesäubert werden. Und dann die Katzenrunde. Volles Programm also.

Müde kam ich in Barcelona an und kämpfte mit dem Schlaf während ich heimfuhr. Mein Sohn führte mich dann erst einmal zu dieser Katze, der sich als ausgewachsener grauer Kater entpuppte. Na Prost Mahlzeit. Aber Cris beruhigte mich, er sei ganz zahm. Aha. Nun gut. Ich lockte ihn, er kam und ich sah …. also, irgendwie was Seltsames an seinem Maul.

Genau, er hatte den Mund geschlossen, trotzdem schien es, als ob er offen wäre. Er hatte sozusagen die Unterlippe am Halsansatz hángen. Irgendwie hat er sich oder irgendwer hat ihm die Unterlippe vom Unterkiefer abgerissen bis hinunter zum Halsansatz. Der Kieferknochen lag blank und nackt da.

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Ich war ratlos, spritze ihm aber erst einmal Metacam und Marbocyl, entzündungshemmendes Mittel und Antibiotika (Liebe Spenden aus Deutschland). Denn diese Wunde war stark entzündet. Armes Kerlchen. Wir legten ihm eine Heizdecke in die kleine Box, die wiederum in der Riesenbox von Mimoso stand. Futter, Wasser und Sand. Und er fühlte sich wohl. Logisch, Vollpension. Wer genießt das nicht? Morgen würde ich Loli anrufen, mal sehen, wie man dem Kater helfen kann.

Danach machte ich mich sogleich auf die Katzenrunde. Eine Stunde früher als sonst, aber es lohnte sich nicht, sich hinzulegen und nach einer Stunde schon wieder aufzustehen. Hundemüde schleppte ich mich die Katzenrunde entlang, ohne besondere Vorkommnisse, ein Glück und danach fiel ich aber regelrecht um. Das kotverschmutzte Zimmer von Inca würde ich morgen sauber machen. Was für ein Tag!!!

Caroline

Anmerkung; Inca befindet sich nach gelungener Hüft-OP auf Gut Aiderbichl in Deggendorf, das wohl ihr entgültiges Zuhause bleiben wird, denn sie ist aufgrund ihrer grossen Angst vor Menschen nicht vermittelbar. Inzwischen lebt sie in einer kleinen Hundewohngemeinschaft, in der sie förmlich aufgeblüht ist. Es fehlt ihr absolut an nichts, die Aiderbichler kümmern sich aufs Beste um sie. Inca hat ihr Zuhause gefunden. Und Ingrid besucht sie so oft es ihr möglich ist.

copyright: Caroline Waggershauser

Mittwoch, März 10th, 2010, 19:32 | Allgemein | kommentieren | Trackback

5 Kommentare zu “Aus dem Tagebuch einer Tierschützerin: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen”

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  1. 1 11. März 2010, c.s. schreibt:

    bravo caroline. freue mich immer news von dir zu lesen, der frau an der front in spanien.

  2. 2 11. März 2010, Hardy schreibt:

    Hallo Caroline.
    Toll geschrieben. Ich habe mich köstlich amüsiert, auch wenn es für Dich sehr anstrengend war.

  3. 3 12. März 2010, Silvia und meine Engel schreibt:

    Wunderbar zum lesen..aber sehr anstrengend war es für Sie, ich bewundere Ihre Arbeit sehr und hoffe…dass es eines Tages nicht mehr soviele solche Aktionen braucht, denn dass die Leute nämlich mit den Tieren anständig umgehen und sie respektieren…ihre Art und ihr Leben…..Besten Dank an Sie.

  4. 4 12. März 2010, Rita Kleb schreibt:

    Ein aufregender, anstrengender Tag, den Du sehr spannend geschildert hast!
    Durch Deine gekonnt malerische Ausdrucksweise fühlte man sich mitten im Ort des Geschehens! Eine sehr unterhaltsame Lektüre, – einmalig Deine prickelnd-amüsante Erzählkunst!
    Nach all den Aufregungen, den schönen und weniger angenehmen Erlebnissen sei Dir eine riesengroße Mütze Schlaf von Herzen gegönnt!
    Ein wunderschönes, erholsames Wochenende wünscht Dir
    Rita

  5. 5 26. Januar 2011, Christiane schreibt:

    Habe leider erst eben diese Zeilen entdeckt und musste stellenweise herzhaft lachen und auch weinen. Ich habe auch diesen Stress bereits mitgemacht (aber ich habe meinen Flieger wirklich verpasst!! ;-) ) und weiss wie es ist. Vielen Dank für Deine Arbeit und Deinen Einsatz für die Vierbeiner!!

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SOS Galgos - Aus dem Tagebuch einer Tierschützerin: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

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