7th Oktober 2010

Eine weiterer Sieg für die Stiere

Nach dem Stierkampfverbot in Katalonien vor zwei Monaten, welches Anfang 2012 in Kraft tritt, muss die Stierkampflobby nun eine weitere bittere Niederlage einstecken.

Der Madrider Senat hat gestern den Antrag der konservativen Volkspartei PP, das blutige Gemetzel zum Kulturgut (“Bien de Interés Cultural”) erklären zu lassen, mit 129 zu 117 Stimmen niedergeschmettert.

Nicht der spanische Staat als Ganzes, sondern nur die einzelnen autonomen Regionen könnten den Stierkampf zum Kulturgut erklären, so die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens (PSOE).

Der Abgeordnete der CiU, Josep Maldonado, hat betont, dass viele Leute nicht die Szenen des Leidens die sich in den Stierkampfarenen ereignen, sehen wollen und vor allem das Interesse an diesen Spektakeln stark zurückgeht. Obwohl er den kulturellen und traditionellen Charakter des Festes nicht verneint hat, bekräftigt er ausdrücklich, dass diese Umstände die Grausamkeit nicht rechtfertigen.

Pío García Escudero (PP) versuchte vergeblich, mit der Erwähnung stierkampffanatischer Künstler wie Pablo Picasso oder Federico Garcia Lorca, sich mit den üblichen scheinheiligen Argumenten von Kunst und Kultur Gehör zu verschaffen. Diese Künstler gehören der Vergangenheit an, genauso wie die Tage des Stierkampfs gezählt sind.

Die erbitterteten Pläne der Stierkampflobby, die Folter sogar als Immaterielles Kulturerbe von der UNESCO schützen zu lassen, dürften somit ebenfalls einen Dämpfer erhalten, denn die Erklärung als Kulturgut gehört mit zu den Bedingungen, die von allen Ländern der Welt in denen Stierkämpfe stattfinden, offensichtlich erfüllt werden müssen.

Die konservative Volkspartei prüft unterdessen noch immer, ob sie das in Katalonien ausgesprochene Stierkampfverbot vor dem Verfassungsgericht anfechten kann.

Die Angst der Stierkampflobby vor dem Aus ist groß, zudem nun auch noch die Europäische Union damit droht den Geldhahn für die blutigen Subventionen zuzudrehen. Am Mittwoch hat die Volkspartei von Katalonien im Europäischen Parlament eine internationale Kampage begonnen, um die Stierkämpfe als “Kulturerbe” zu verteidigen.

Demütigung und Folter eines Lebewesens kann weder als Kultur verstanden, noch Blutvergießen Kunst genannt werden und erst recht nicht mit unseren Steuergeldern subventioniert werden.

Martina Szyszka

Donnerstag, Oktober 7th, 2010, 00:39 | Allgemein, STIERKAMPF, VIDEOS | kommentieren | Trackback

5 Kommentare zu “Eine weiterer Sieg für die Stiere”

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  1. 1 7. Oktober 2010, Christoph Weber schreibt:

    Gratuliere den unermüdlichen Tierschützern

    “Steter Tropfen höhlt den Stein”

  2. 2 8. Oktober 2010, Isabel schreibt:

    Man kann doch den Menschen die solch grausame, blutigen Szenen nicht vertragen, weil sie schokierend sind und die Sensibilität dieser Menschen das nicht verträgt, nicht weiter zumuten, praktisch täglich, während den TV-Nachrichten, diese ins Wohnzimmer geliefert zu bekommen. Man denke doch auch an die Sensibilität der Kinder, die um diese Zeit auch fernsehen. Dies als ob Tierfolter zur Belustigung (im 21. Jh.!!!!), die grösste Selbstverständlichkeit der Welt wäre.
    Ganz besonders freut es mich, dass E. Aguirre eins aufs Dach erhalten hat, ich kann dieses grausame Weib nicht ausstehen. Sie will um jeden Preis erzwingen, dass diese Schande zum Kulturgut erklärt wird. Die EU soll nicht nur damit drohen, die Subventionen zu streichen, sondern es endlich tun.

  3. 3 8. Oktober 2010, Antonietta schreibt:

    Stierkampf ist grausamer Tiermord. Wer dafür Geld ausgibt, wird mitschuldig!

  4. 4 20. Oktober 2010, Rosa schreibt:

    Ich finde das Ergebnis sehr knapp, aber egal – erst mal ist diesen Tierquälern wieder eine Barriere gelegt worden!
    Trotzdem ist es noch längst nicht gewonnen!
    Erst dann, wenn dieses blutige Geschehen ÜBERALL verboten ist… ob ich das noch erlebe? eher nicht…
    E. Aguirre ist eine Frau????? oh Schreck lass nach….

    Ich habe auf meinem blog diese Seite verlinkt und hoffe, dass ich somit einen klitze kleinen Beitrag leisten kann, dieses Thema präsent zu halten.
    Gruß Rosa

  5. 5 22. Oktober 2010, Philip de Málaga schreibt:

    Wo ist eigentlich hier der “weitere Sieg für die Stiere”? Stierkampf als Kulturgut wurde nicht abgelehnt sondern lediglich zur Ländersache erklärt. Der sozialistisch angehauchte Senat wollte mit dieser Entscheidung doch nur den katalonischen Genossen mehr Freiraum lassen.

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SOS Galgos - Eine weiterer Sieg für die Stiere

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