3rd Dezember 2010

“Fluch der Geburt” – Thesen einer Überlebensethik und Aphorismen

“Fluch der Geburt”- Thesen einer Überlebensethik und Aphorismen , ein neues Buch von Gunter Bleibohm mit einem Vorwort des Vorsitzenden der Partei Mensch Umwelt Tierschutz, Stefan Bernhard Eck.

Dieses Buch muß man gelesen haben! Man ist schnell damit fertig, weil es fesselnd und deutlich Sachverhalte erklärt, die eigentlich einfach und klar wie Wasser und doch so schwer zu bewältigen sind. Hier prallen Welten mit Wucht aufeinander. Existenz- und Sinnfragen werden haarscharf und ohne Chance auf Widerspruch angesprochen. Der Egoismus des einzelnen kann angesichts ihrer stringenten Ableitung und der Philosophie, gegründet hauptsächlich auf Schopenhauer, nur noch unter den Tisch kriechen. Aber das ist nicht die Intention des Egoismus, weshalb die Streitschrift zu den heftigsten Disputen führen und bei den wenigsten Zeitgenossen auf Zustimmung stoßen wird. Deshalb wird bereits im Vorwort davor gewarnt, das Buch zu lesen, wenn man nicht ein Freund logisch konsequenter Gedankengänge ist.

Dr. Bleibohm postuliert aufgrund der immer dramatischer voranschreitenden Zunahme der Weltbevölkerung die aktive drastische Reduzierung der Menschheit. Die Menschheit frißt ihren Planeten auf und vorher die Tiere – die doch wie sie das gleiche Lebensrecht haben – das sie ihnen brutal stiehlt. Ganz klar wird uns vorgeführt, wie jede Mutter, jeder Vater sich an ihren/seinen Kindern schuldig macht, wenn sie sie dem Elend des Daseinskampfes aussetzen. Hinzu kommt, daß mit der Geburt jedes Kindes das Tierleid bewußt provoziert und fortgesetzt wird, vernichtet doch jeder Mensch im Laufe seines Lebens 10.000 bis 20.000 Tierleben. Sowohl Mensch als auch Tier – und letztendlich unser Planet – sind die Leidtragenden der ungebremsten Vermehrung der Menschheit. Zur Untermauerung seiner Thesen führt Dr. Bleibohm Zitate von Denkern des Altertums, des Mittelalters und der Neuzeit an. Sie alle haben lange vorausgedacht und gefordert, was wir wissen und nicht tun: Den Tierfraß unterlassen!

Zitat: “Jede neue Menschenexistenz ist der Quell unglaublichen Leides, eine Kriegserklärung an die nicht-menschliche Tierwelt. Wer billigend ein weiteres Menschenleben produziert, produziert synchron tausendfachen Tod, der vermeintliche Lebensschenker ist ein Vernichter, der Lebenserzeuger ist Leidproduzent par excellence! … So ist die, zumindest in unserem Kulturkreis, meist gezeigte Freude über die Geburt eines Kindes ein Todesurteil für zahlloses nichtmenschliches Leben. “Des Lebens Name ist zwar Leben, sein Werk aber ist Tod”, sagt Heraklit … Fast 2500 Jahre nach Heraklit – das menschliche Vernichtungswerk hat inzwischen apokalyptische Dimensionen erreicht – beschreibt Emil Cioran den gleichen Sachverhalt in einem Epigramm: “Das Verschwinden der Tiere ist ein unvergleichlicher, schwerwiegender Tatbestand. Ihr Henker hat die Landschaften besetzt. Es gibt nur noch Raum für ihn. Das Entsetzen, dort einen Menschen wahrzunehmen, wo man zuvor ein Pferd betrachten konnte!”

Der Mensch produziert nicht nur Leid für seine eigene Nachkommenschaft und für die Tiere, sondern verantwortet auch das Leid der Kinder, die jeden Tag zu Zehntausenden auf dieser Erde verhungern. “Gerade wer die Heiligkeit des Lebens propagiert und anerkennt, darf kein neues Leben, ein Leben, das von Leid getragen wird, produzieren, sondern kann sich einzig und allein nur darum bemühen, bestehende Qual zu verringern. Wer Leben heute noch produziert, ist in letzter Konsequenz Befürworter des Leides, ist Gegner, zumindest aber Verhinderer eines leidfreien Lebens. Wer Leben produziert, toleriert zugleich auch das Leiden, das Sterben und den Tod dieses Lebens.” Auch Heinrich Böll fehlt nicht mit einem Zitat aus seinem “Irischen Tagebuch”, der fragt: Wie hoch ist der Fahrpreis für diese fünfzig, sechzig, siebzig Jahre vom Dock, das Geburt heißt, bis zu der Stelle im Ozean, wo der Schiffbruch erfolgt?”

Der unheilige Beitrag der Kirche, ihr antichristliches Postulat der Mißachtung der Tiere als Ursache allen Tierleids und damit allen Leids, wird ebenfalls ins Visier genommen:

Den modernen katholischen Katechismus’, der seine Gläubigen anweist, den Tieren keine Liebe und kein Geld, also keine Ernährung, zukommen zu lassen, die Tiere auszubeuten, kennt sicher jeder. Dieser moderne kriminelle Unsinn, richtiger: Verstoß gegen die Lehre Jesu, ist die Fortsetzung der Kirchenpolitik aus den vergangenen Zeiten eines Augustinus, eines Thomas von Aquino, eines abscheulichen Descartes und des Papstes Pius IX (19. Jhd.), der seinen Gläubigen weismachte, der Mensch haben den Tieren gegenüber keinerlei Pflichten.

Mit Bischof Machens von Hildesheim nahm 1949 die Tierfeindlichkeit gegen Jesu Gebot und sein Evangelium ihren Fortgang: “Tiere haben keine geistige Seele und kennen kein Fortleben nach dem Tode. Darum haben sie auch keinerlei Würde, auf die sie Rechte bauen könnten. Und in der Tat, Tiere haben keine Rechte. Sie haben keinen Anspruch auf Dasein und Gesundheit, auf Eigentum und guten Ruf.”

Wie vereinbart sich so eine Lebensfeindlichkeit, so eine widerliche Arroganz mit dem Evangelium, mit den Geboten Jesu Christi? Das ist doch eine wunderbare Grundlage für die tierverachtenden und tierfeindlichen Thesen der heutigen Kirche. Die Kirche verdammt die Tiere zur Sache, weil sie angeblich keine Seele und kein Jenseitsbewußtsein hätten.

Erfreut erfahren wir, daß es auch andere Stimmen in der Kirche gab, sie lebten allerdings lebensgefährlich. “Kirchenvater Gregor von Nazianz (4. Jhd.) prangerte den Fleischfraß an: Die Schwelgerei in Fleischgerichten ist ein schändliches Unrecht, und ich wünsche, daß Ihr vor allen Dingen bestrebt sein möget, Eurer Seele eine Nahrung zu reichen, welche ewige Dauer hat.” Auch der Erzbischof von Caesarea, Basilius der Große (4. Jhd.) wird zitiert: “Solange man mäßig lebt, wird das Glück des Hauses sich mehren. Die Tiere werden sich in Sicherheit befinden; man wird kein Blut vergießen, keine Tiere töten. Die Tafel wird nur bedeckt mit Früchten, welche die Natur spendet, und man wird sich damit begnügen lassen … Man kann schwerlich die Tugend lieben, wenn man sich an Fleischgerichten und Festmahlen erfreut.”

Dr. Bleibohm definiert die Religion(en), an die die Menschheit sich festklammert, treffend:

“Glauben heißt Wunschdenken, Glauben ist eingestandenes Nichtwissen.”

Die Tiere sind der traurigste Beweis für die Richtigkeit dieser Definition und für die Folgen dieses Wunschdenkens und Nicht-Denkens. Das Buch stellt die Konturen einer a l l e Lebewesen umfassenden Ethik in einen philosophischen Rahmen und beschreibt den Antinatalismus als die vernünftigste Überlebensstrategie für unseren Planeten.

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SOS Galgos - 2010 Dezember 03

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