4th Juni 2011

Die “Empörten” fordern die Abschaffung der Stierkämpfe

Noch immer halten ca. 150 Demonstranten aller Schattierungen, Arbeitslose, Studenten, Feministinnen, Ökologen, Gegner des Systems und auch Tierrechtler, im Herzen von Madrid Stellung.

Versuche die Protestcamps der Bewegung “Wahre Demokratie jetzt!” gewaltsam aufzulösen sind gescheitert, nach mehr als zwei Wochen campieren noch immer Hunderte von Menschen in mehr als 50 Städten Spaniens als Ausdruck ihrer Wut und Enttäuschung über die spanische Regierung auf öffentlichen Plätzen.

Nun haben sie sich auch zu dem Thema Tierschutz geäußert. In einem Manifest hat die Hauptversammlung der Puerta del Sol am 25. Mai vereinbart, sich für die Tierrechte und die Abschaffung der Stierkämpfe einzusetzen. Dieses Manifest betont auch die Notwenigkeit, dass alle Institutionen und öffentlichen Unternehmen ein veganes Menü anbieten, in dem keine tierischen Produkte vorhanden sind. Ebenso fordert die Generalversammlung die öffentliche Subventionierung tierversuchsfreier Forschung. Der Sprecher der Kommission hat versichert, das Recht auf Leben aller Tiere zu verteidigen und Aktivitäten die die Würde und Unversehrtheit der Tiere verletzten, wie Stierkampf und Zirkusse mit Tieren, zu verbieten.

Die Plattform “La Tortura No Es Cultura” ist der Ansicht, dass die Bewegung 15-M mit diesem Schritt die Grundlage für eine Gesellschaft legt, die wirklich frei von Diskriminierung jeder Art ist und auf Empathie beruht, und die damit die Grundlage für eine bessere Gesellschaft ist.

„Empathie kennt keine Unterschiede von Rasse, Geschlecht, Meinung und Art”, erklärt Marta Esteban, Präsidentin der Plattform. „Das Leiden eines Tieres zu ignorieren und seine Misshandlung und Tötung nur zum Vergnügen der Menschen zuzulassen, ist eine Diskriminierung, weil es sich dabei nicht um einen Menschen handelt. Kinder werden mit einer natürlichen Empathie Tieren gegenüber geboren und diese Diskriminierung entwickelt sich nur aufgrund der Manipulation durch Erwachsene.“. „Ich bin sehr glücklich, zu sehen, dass diese Neue Revolution den Weg zu einer Gesellschaft bereitet, in der Empathie und Nichtdiskriminierung grenzenlos sind, auch gegenüber den Tieren”, ergänzt Marta Esteban.

Nach Auffassung der Plattform LTNEC gibt es erdrückende Argumente dafür, dass die Bewegung 15-M die Abschaffung des Stierkampfes unterstützt. Zum einen die Ethik: Wenn das Ende des Leidens die Grundlage der Ethik ist, dann muss das Leiden aller vermieden werden, die fühlen können. Die heute vorliegenden wissenschaftlichen Beweise zeigen, dass die nicht-menschlichen Tiere Schmerz, Freude, Angst und Lebenslust in sehr ähnlicher Weise verspüren wie die menschlichen Tiere, denn beide besitzen ähnliche Nervensysteme. Die Ethik verlangt deshalb, unter menschlichen wie unter nicht-menschlichen Tieren das Leiden ohne Unterscheidung der Art zu verhindern. Und wenn es ein Leiden gibt, das vor einem anderen verhindert werden muss, dann ist es das mit dem am meisten ungerechtfertigten Ziel.Das am meisten ungerechtfertigte Leiden ist das, dass bloß zum Vergnügen, bloß zur Unterhaltung, durchgeführt wird.

Das zweite Argument: Es muss erreicht werden, dass die Stimme der Mehrheit auch gehört wird. Gemäß der offiziellen Umfrage von Gallup/IG Investiga erklären 70 % der Spanier, kein Interesse am Stierkampf zu haben oder diesen abzulehnen.

Die bestätigten Daten aller entsprechenden Umfragen:

Dennoch spiegeln die Entscheidungen der Politiker und Institutionen nur die Interessen der Stierkampflobby wider, die aus wichtigen Vertretern von Institutionen und Unternehmen dieses Landes besteht.

Das dritte Argument: die enorme Menge an öffentlichen Geldern, die für dieses Geschäft mit dem Tod eingesetzt werden Gemäß einer von der Junta de Castilla y León durchgeführten Umfrage sind nur 18 % der Spanier mit staatlichen Hilfen für den Stierkampf einverstanden. Die Europaabgeordnete Franziska Keller erklärt hingegen, dass diese Hilfen sich auf einen Betrag von 600 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Dabei ist hervorzuheben, dass große Summen dieser Subventionen in die Hände derjenigen gelangen, die zu den reichsten Bürgern Spaniens gehören. Nach Informationen der Zeitschrift „Tiempo“ erhalten von diesen 600 Millionen Euro sieben spanische Großbesitzer ebenso viel Geld wie 12.700 kleine Landwirte. Als Beispiel: im letzten Jahr erhielt die Duquesa de Alba 1,1 Millionen, die Familie Mora Figueroa 5,5 Millionen, Mario Conde 458.000, Alberto Alcocer 316.000 und Botín 315.000 Euro.

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SOS Galgos - 2011 Juni 04

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