11th November 2011

Spanische Parlamentswahlen, Stierkampf und UNESCO

Am 20. November 2011 werden die spanischen Parlamentswahlen stattfinden, die Spitzenkanditaten dieser vorgezogenen Neuwahlen sind der frühere Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba (PSOE), Mariano Rajoy Brey (PP) und Cayo Lara (IU).

In einem Interview bei Antena 3 erklärte Mariano Rajoy, dass es in ganz Spanien Stierkämpfe geben wird, einschließlich in Katalonien und er alles Mögliche dafür tun wird dies zu erreichen, sollte er den Wahlkampf gewinnen.

In Katalonien sind die Stierkämpfe laut Parlamentsbeschluß ab dem 01. Januar 2012 verboten, erreicht wurde dies durch die Volksinitiative “Prou”, am 28 Juli siegte die Demokratie, die Abschaffung der Stierkämpfe in Katalonien wurde besiegelt, doch die Stierkampflobby und auch Mariano Rajoy wollen diese Entscheidung nicht akzeptieren. “Ich bin für die Freiheit, man kann niemanden zwingen zu Stierkämfpen zu gehen, noch kann man es verbeiten”, so Rajoy.

Erst vor wenigen Tagen schuf die Kulturministerin Ángeles González Sinde einen neuen Award, die Premio Nacional de Tauromaquia, den nationalen Preis der Tauromachie, der jährlich an einen Profesionellen aus der Welt des Stierkampfs vergeben werden soll, dies kann ein Unternehmer, Torero, Stierzüchter etc. sein. Der Preis ist mit 30 000 € dotiert.

Erst seit Ende vergangenen Jahres ist das Kulturministerium für alles was sich um den Stierkampf dreht zuständig, zuvor was es das Innenministerium.

Nach dem Stierkampfverbot in Katalonien und dem von dem Madrider Senat niedergeschmetterten Antrag der Volkspartei, das blutige Gemetzel zum Kulturgut (“Bien de Interés Cultural”) erklären zu lassen, ging die geschwächte Stierkampflobby in die Offensive.

Ende September 2010 empfing Angeles González-Sinde die Spitzentoreros José Tomás, Julián Lopez, Enrique Ponce, José Antonio Morante de la Puebla und José María Manzanares um mit ihnen über den Erhalt der beschönigend Tauromachie (Stierkämpferkunst) genannten Blutfiestas zu debattieren.

Mitte Oktober 2010 traf sich der spanische Innenminister, Alfredo Pérez Rubalcaba, mit den Stierkämpfern, dem Rechtsanwalt Javier Araúz de Robles, sowie Carlos Núñez, Präsidenten des “Mesa del Toro” und der Union der Kampfstierzüchter. Alfredo Pérez Rubalcaba bestätigte in der Pressekonferenz, dass sein Ministerium sowie die Regierung vollkommen einverstanden damit sind, dass die Kompetenzen bezüglich der Stiere dem Kulturministerium übertragen werden und Stierkämpfer Jose Maria Manzanares sieht sich uns seine Kumpanen gar als Künstler, “Wir fühlen uns als Künstler und können deshalb vom Kulturministerium auch mehr Unterstützung erwarten”.

Seitdem versucht die Stierkampflobby dem Stierkampf und allen anderen blutigen Festivitäten im Namen der Tradition, einen offiziellen Kulturstempel aufzudrücken, die Autonome Gemeinschaft Madrid machte am 7. April 2011 den Anfang und erklärte die Stierquälerei zum Bien de Interés Cultural (BIC), zum Kulturgut erklärt, seitdem zogen viele Gemeinschaften und Städte nach.

Diese Offensive der Stierkamfplobby ist eine Beweis ihrer Schwäche, da ihr blutbeflecktes Geschäft ohne wirtschaftliche Hilfen nicht überleben würde, von der Europäischen Union erhält sie Subventionen in mehrstelliger Millionenhöhe.

Die Stierkampflobby arbeitet somit unerbittlich an den Plänen, das blutige Stiergemetzel in ganz Spanien zum “Bien Interes Cultural” (Kulturgut) zu erklären, mit dem Ziel, die beschönigend als Tauromachie (Stierkämpferkunst) bezeichneten Blutfiestas als Immaterielles Kulturerbe unter den Schutz der UNESCO zu stellen. Demütigung und Folter eines Lebewesens kann weder als Kultur verstanden, noch blutvergießen Kunst genannt werden.

www.sos-galgos.net/c/stierkampf

Allgemein, STIERKAMPF | 1 Kommentar

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SOS Galgos - 2011 November 11

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