31st Juli 2012

Ein blutiges Bildungsprogramm – Stierkampf als Schulfach

Am 8. April 2011 stellte die Regierung von Madrid, an ihrer Spitze die bekennende Stierkampfanhängerin Esperanza Aguirre, den Stierkampf unter Schutz, obwohl laut Studien 66 Prozent der Madrilener kein Interesse am Stierkampf haben. Aguirre, verheiratet mit einem Stierzüchter, will die beschönigend „Tauromachie“ (Stierkämpferkunst) genannte blutige Gemetzel an Schulen unterrichtet wissen und den Kindern lehren, die Folter des Stieres zu lieben und die Stierkampfindustrie zu bereichern.

Gerade das Interesse der jungen Bevölkerung am blutigen Gemetzel ist verschwindend gering, daher wurde ein von der Autonomen Gemeinschaft Madrid subventioniertes Kulturprogramm ins Leben gerufen, um Kinder in die Stierkampfarenen zu locken. Schüler der “Educacion Secundaria Obligatoria (ESO), der Mittelschule, müssen nun im Schuljahr 2012/2013 eine Stierkampfarena zu besuchen. An dem Programm teilnehmen werden schätzungsweise 12 000 Kinder im Altern von 12 bis 16 Jahren.

Man wird fast 1 Millionen Euro der Madrilener in die Erziehung der Kinder und Jugendlichen investieren, um dem gerade unter der jungen Bevölkerung nachlassenden Interesse an Stierspektakeln entgegenzuwirken.

Neurdings erhalten junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren einen ermäßigten Eintrittspreis von 30% wenn sie eine Corrida in der Madrider Stierkampfarena Las Ventas besuchen.

Doch nicht nur in der autonomen Gemeinschaft von Madrid wird fleissig die Werbetrommel für den Stierkampf gerührt, auch in Andalusien gibt es ein erstes Bildungsprogramm um die Kinder an die Tierquälerei im Namen der Kultur heran zu führen. Der Stadtrat für Kultur von Los Barrios, Miguel Alconchel hat am vergangenen Freitag, gemeinsam mit dem Stierkämpfer Francisco Ruiz Miguel ein Kulturprogramm vorgestellt, welches in Zusammenarbeit mit der örtlichen Stierkampfschule den Schulkindern der Gemeinde den Stierkampf näherbringen soll. Dazu gehört theoretischer sowie praktischer Unterricht, d.h, man wird auch Stierkampfarenen besuchen und die Stierkampfschule wird versuchen neue Schüler zu gewinnen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen.

Auch in Cervera macht die Stierkampflobby mobil, anbei eine Fotostrecke: Encierros, vacas, toros de fuego y encierro para niños en Cervera por Santa Ana

Auch wenn der Stierkampf ein Symbol der kulturellen Identität Spaniens ist, internationale Studien namhafter Psycholgen wie Richier oder Lenesque belegen, dass Stierkämpfe „negative Auswirkungen“ auf die psychische Gesundheit von Kindern haben.

Für unsereins ist der Anblick eines blutspuckenden, um sein Leben kämpfenden Stieres kaum zu ertragen, wie soll eine Kinderseele solche Eindrücke verarbeiten? Die Erziehung zur Grausamkeit, die Verharmlosung der Folter eines wehrlosen Tieres und die Gewöhnung an die Gewalt können psychische Schäden hinterlassen und führen zu einer emotionaler Abstumpfung.

Zweifelsohne sollte der Schutz der Kinder der Gesellschaft und den Politikern wichtiger sein als das Geschäft des blutigen Geldes einer Minderheit. Tierquälerei unter dem Deckmantel der Kultur hat in in einem modernen Europa seine Daseinsberechtigung schon lange verloren, Kultur und Tradition befinden sich in ständigem Wandel, auch die Inquisition ist nur noch ein schreckliches Zeugnis der Vergangenheit.

Dienstag, Juli 31st, 2012, 17:29 | Allgemein, STIERKAMPF | kommentieren | Trackback

10 Kommentare zu “Ein blutiges Bildungsprogramm – Stierkampf als Schulfach”

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  1. 1 31. Juli 2012, Caroline Waggershauser schreibt:

    Nicht zu fassen ist das. Ist schon erstaunlich anzusehen, wie diese Leute ihre Schäfchen ins Trockene bringen, in ihre eigene Tasche wirtschaften und dabei sprichwörtlich über Leichen gehen und jetzt auch noch mit öffentlichen Geldern, Steuergeldern, Kinderseelen vergiften.

  2. 2 1. August 2012, Tunde schreibt:

    Alle EU-Zuschüsse für Spanien sollten sofort gestrichen werden!
    Oder Spanien sollte aus der EU rausgeschmissen werden. Das Land ist eh so korrupt dass es kein großer Verlust wäre……….

  3. 3 1. August 2012, Claudia schreibt:

    Genau das ist Spanien wie wir es ja kennen!Ein Land der Schande!
    Die Arbeitslosigkeit hat Höchstwerte erreicht,das Land ohne EU Gelder völlig pleite,die Caritas muss die Menschen in vielen Orten mit Lebensmittel versorgen ,aber für solche dreckigen Tierquälerei hat man dann Geld!Ich fasse es nicht!

    Und die EU schaut weg wie immer,wenn Ihre Gelder für “Dreck” verbraten werden. In mir kocht grad die Wut hoch,über ein Land der Schande und eine völlige unfähige EU Kommision,die uns alle schon bald ins Unglück stürzt!

  4. 4 1. August 2012, Isabel schreibt:

    Caroline hat ja so recht. Es ist äusserst gravierend, könnte nicht schlimmer sein! Wo sind denn alle Erzieher, Psychologen, Eltern mit Gewissen etc. welche die Kinder vor solcher Brutalität schützen sollten?? Dass für sowas schändliches öffentliches Geld missbraucht wird, wo es an so vielen Orten dringend notwendig wäre, ist unfassbar.

  5. 5 2. August 2012, Angela S. schreibt:

    Ich unterstütze den Beitrag, dass alle EU-Gelder sofort gestoppt werden sollen und einen Aufruf, dass das Land dann als Urlaubsland nicht mehr attraktiv ist, sollte auch gestartet werden.
    Aber um fair zu bleiben: Bei uns in Owschlag werden die Kinder ab der 3. Klasse mit den Jägern zusammengeführt, also genauso zur Gewalt erzogen…und aus NRW habe ich von einem ähnlichen Projekt – Ferienbetreuung mit Jägern – gelesen.

  6. 6 2. August 2012, Ania schreibt:

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen – dieses Land ist eine Schande für die EU – wahrscheilich nehmen die hohen Herren und Damen in Brüssel solche Berichte gar nicht zur Kenntnis sonst müsste doch längst etwas passieren. Funktionierende Kleinbetriebe werden mit irrwitzigen Regelungen gleich- bzw kaputtgemacht und hier wird jedes erdenkliche Auge und Hühnerauge zugedrückt – Schande über alle die zuschauen und zulassen!!

  7. 7 3. August 2012, Amor schreibt:

    Ich habe den folgenden Kommentar an die elektronische Zeitung andaluciainformacion.es.
    geschickt.
    Übersetzt, versteht sich.
    Sie haben es publiziert, ich stehe unter dem Name „maria“!!
    Für diejenigen, die auch spanisch verstehen,tue ich auch die spanische Publikation dazu.
    Amor

    Espana beschäftigt Europa in der letzten Zeit sehr.
    Im negativen Sinne.
    Nicht wegen der Krisis, die Krisis quält nicht nur Spanien!
    Aber vielleicht wissen nicht alle Spanier dass gegen das Land einen Hass gibt.
    Jeden Tag erreichen uns Horrornachrichten, wie die Spanier ihre Stiere auf den Strassen abschlachten und noch dazu stolz drauf sind, sie täten was für ihre Cultura!
    Jetzt sollen auch die Kinder in der Schule lernen, wie viel Blut auf den verschiedenen Arenas für diese Nero-Fiestas fließen muss.
    So werden sie lernen, dass später, und wenn sie wollen, erlaubt ist einen Stier wie ein Sack Kartoffeln zu stechen um mit seinem Blut die Cultura ihres Landes zu füttern. Jemand wird ihnen beibringen, dass Gewalt und Mord zu Cultura gehören. Für Espana natürlich!!
    Alle Eltern, die kein Interesse an eine humane ,zivilisierte Zukunft für ihre Kinder haben wollen, sollten das Schulfach „Mord in Arenas“ finanzieren.
    Alle Eltern, die glauben dass ihre Kinder aber auch ihr Land eine anständige Zukunft, ohne Blut und Tod verdienen, sollten sich dagegen wehren.

    Bevor Spanien bankrot ist. Und nicht wegen der crisis.

    (Die Übersetzung und Publikation in der Zeitung,leider unvollständig wegen Überzahl an Worten)
    En los últimos tiempos, Europa se ocupa mucho de España. En sentido negativo. No por la crisis, pues la crisis de duele solamente a España! Tal vez, los españoles no saben que existe un gran odio contra su país. Cada día nos alcanzan noticias horrorosas, de cómo los españoles destrozan a los toros en las calles y están orgullosos de ello, creyendo que hacen algo por su cultura! Ahora, los niños deben aprender en la escuela, cuánta sangre deben correr en las arenas durante las fiestas neronianas. Así aprenderán, que más tarde y si quieren, está permitido acuchillar a un toro como si fuese un saco de papas y alimentar con su sangre la “cultura” de su tierra. Se les enseñará, que violencia y matanza pertenecen a la cultura. A la cultura española, naturalmente! Todos los padres que no tengan interés en un futuro civilizado para sus niños deben apoyar la matera “Asesinato en las arenas”. Aquellos que creen que sus niños y su patria son dignos de un futuro decoroso, sin sangre y mata
    Nº 7 | maria (03/08/2012 13:36)
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  8. 8 3. August 2012, Birgit schreibt:

    Was sind das für Leute auf diesem Photo? Sind das Tierschützer oder stehen die nur unbeeindruckt um den toten Stier herum? Sogar das kleine Mädchen tritt noch mit dem Fuss nach ihm.Es ist eine Schande, dass viele Menschen überhaupt keine Pietät besitzen.

    @ Birgit
    die stehen unbeeindruckt um den Stier herum, haben vielleicht vorher die Corrida gesehen

  9. 9 4. August 2012, Ansichten schreibt:

    Der Stierkampf und anderen Stierquaelereien, Spektakel genannt, wurden in den letzten Jahren wieder so richtig ins Gespraech gebracht; auch wenn die Arenen fast leer sind; weil Spanien von Bruessel jaehrliche Steuergelder in Millionenhoehe erhaelt um die Spektakel zu finanzieren und von dem die Stierzuechter, Toreros und Arenenverleiher profitieren.(google nach: 600 mio Stierkampf Subventionen)u.a.
    Die EU macht das ganze Stierleid doch erst moeglich mit seinen Subventionen.
    Der Stierkampf war vor 10-20 Jahren schon kurz vor dem aussterben, haette man es doch ruhen lassen!

    Alles schlechte stirbt von allein …. normalerweise. Ohne Spenden, ohne Subventionen, ohne krumme Geschaefte, ohne den NACHWUCHS, den man jetzt auch in den Schulen heranzuechtet, sodass es spaeter nicht mehr an zahlenden Konsumenten fehlt.

  10. 10 4. August 2012, Bettina schreibt:

    Das Foto ist typisch für Spanien.
    Kinder treten auf ein gerade getötetes Tier.
    Kinder in weißen Kleidchen mit weißen Strümpfen und weißen Schuhen.
    Weiß. Die Farbe der Unschuld. Eigentlich …
    Um sie herum die Schuldigen. Nein, nicht die direkten Mörder, sondern die sogenannten “Schreibtischtäter”. Sie geben den Mord in Auftrag. Sie bezahlen dafür. Darunter die Eltern dieser Kinder.
    Erziehung auf Spanisch: Tiere quälen gehört zum Alltag. Daran, mein Kind, musst du Freude haben. Wie schön ist es doch, auf einem Tier herumzutreten, das soeben ermordet wurde. Nur nicht traurig sein. Ein Tier ist nur dazu da, dass man es misshandelt und anschließend tötet.
    Dr. Albert Schweitzer, Ihre Worte in Ehren:
    “Erziehung zum Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit!”
    Wer aber richtet sich danach?!
    Spanien scheinbar nicht.

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