14th September 2013

Galgo-Mix Brisa sucht ein Zuhause

Wie Brisa (auf deutsch „Brise“) zu ihrem Namen gekommen ist, wissen wir nicht. So schlank und grazil, dass sie von einer kleinen Brise umgeblasen werden könnte, ist sie schließlich auch wieder nicht… :-)

Wir finden, dass Brisa ganz besonders hübsch ist. Mit ihrem schwarz-braun gestromten und weißen Fell und der schmalen Windhundfigur sieht sie ausgesprochen edel aus.

Typisch Windhund ist auch ihr Charakter. Brisa ist nämlich sehr sensibel. Man darf sie nicht einmal böse anschauen, geschweige denn etwas forscher oder lauter mit ihr reden, denn dann ist unser Mimöschen mit den Nerven am Ende, duckt sich und erwartet wohl, dass ihr der Himmel auf den Kopf fällt. Nein, mit ruhigen und liebevollen Worten erreicht man bei Brisa viel mehr, wohingegen sie bei scharfen Kommandotönen einfach „zumacht“ und zu gar nichts mehr fähig ist.

Naja, es ist ja auch kein Wunder, dass Brisa etwas ängstlich ist. Zusammen mit ihrer Mutter und mehreren Geschwistern wurde die arme Seele bereits im zarten Welpenalter auf der Straße ausgesetzt und kam in unser spanisches Partner-Tierheim Albolote/Granada. Und während ein „normaler“ Welpe in einer liebevollen Familie aufwächst und dort von klein auf alles lernt, was ein Hund so können und wissen muss, ist Klein-Brisa hinter Tierheimgittern groß geworden, ohne all die Reize, die ein Junghund in der Wachstums- und Entwicklungsphase erfahren sollte.

Leider haben die Hunde in den spanischen Tierheimen kaum eine Vermittlungschance. Daher holten wir Brisa Ende August zu uns nach Kronach, damit sie endlich mal etwas lernen und dann hoffentlich auch ein Plätzchen in einer liebevollen Familie finden kann.

Anfangs konnte Brisa nicht einmal an der Leine gehen, doch dies hat sie dank unserer unermüdlichen Gassigeher sehr schnell gelernt. Wenn ihr neue, ungewohnte Dinge begegnen, macht sie zwar immer noch große Augen, sie kann den Spaziergang mittlerweile aber durchaus genießen und freut sich schon darauf. Bereits beim Spazierengehen konnte Brisa nun schon viele Erfahrungen machen, die ihr vorher einfach gefehlt haben, zum Beispiel ein vorbeifahrendes Auto, ein knatternder Traktor, all die Gerüche rechts und links der Straße, ein Fluss, in dem man herumplanschen kann, Jogger, Fahrradfahrer und andere Hunde. All das meistert Brisa mittlerweile schon sehr gut. Trotzdem müssen Interessenten bedenken, dass sie in neuer Umgebung und konfrontiert mit neuen, ungewohnten Situationen doch auch wieder sehr ängstlich reagieren wird. Wir suchen daher Menschen mit viel Geduld und Verständnis, die liebevoll mit Brisa umgehen und ihr alles beibringen, was sie in einer Menschenfamilie so brauchen wird.

Charaktermäßig ist Brisa durch und durch freundlich zu allen Menschen. Auch wenn sie einmal Angst hat oder sich erschrickt, ist sie stets gutmütig und es würde ihr nicht im Traum einfallen, zu schnappen. Sicherlich wäre sie auch zu Kindern sehr freundlich. Da sie anfangs jedoch schreckhaft und ängstlich sein wird, denken wir, dass sie nur für etwas größere, ruhige und vernünftige Kinder geeignet ist, die sie anfangs nicht zu sehr bestürmen.

Mit anderen Hunden verträgt sich Brisa bestens. Sie spielt mit ihnen, tollt in unserem eingezäunten Hundegarten fröhlich herum und fühlt sich in der Gesellschaft ihrer Artgenossen ganz offensichtlich sehr wohl. Wir denken, dass Brisa ein guter Zweithund wäre und dass ihr die Gesellschaft eines souveränen, nicht ängstlichen Kameraden weitere Sicherheit geben könnte.

Last, but not least braucht Brisa als Windhund natürlich viel Auslauf – allerdings bitte nur mit Leine! Solange Brisa noch so ängstlich ist und die Gefahr besteht, dass sie vor irgendetwas erschrickt und möglicherweise in Panik davon rennt, besteht absolute Leinenpflicht. Außerdem haben die meisten Windhunde einen ausgeprägten Jagdtrieb, weshalb es vielleicht sowieso schwierig wäre, Brisa frei laufen zu lassen.

Bei ihren vertrauten Bezugspersonen ist Brisa übrigens unendlich anhänglich und anschmiegsam. Auch dies ist eine typische Windhund-Eigenschaft. Diese Hunde suchen stets engen Körperkontakt und so möchte sich auch Brisa richtig anschmiegen und Zärtlichkeit und Geborgenheit nachholen. Erfahrungsgemäß kuscheln auch viele Windhunde gern auf dem Sofa, wobei es immer wieder erstaunlich ist, wie klein sich diese langbeinigen Hunde eigentlich machen können. Ob dies auch Brisa gefallen würde, wissen wir nicht, da sie ja noch nie in einem Haus war. Aber wir könnten es uns trotzdem gut vorstellen.

Brisa wurde leishmaniose-positiv getestet, aber mit einem sehr geringen Titer, sie hat auch keinerlei Symptome dieser Krankheit. Zur Sicherheit erhält sie nun etwa ein Jahr lang Allopurinol-Tabletten (Kosten ca. 10 Euro pro Monat). Danach soll ein erneuter Bluttest gemacht werden. Erfahrungsgemäß wird dieser negativ sein, da Brisa ohnehin nur einen sehr niedrigen Titer hat. Nach einer kurzen Übergangsphase kann die Tablettengabe dann voraussichtlich eingestellt werden.

Wenn Sie auch eher der sensible Kuscheltyp sind und genügend Geduld und Verständnis für Brisa aufbringen können, könnten Sie vielleicht ein richtiges Dream-Team werden. Auch wenn es sicher nicht immer leicht sein wird, Brisa alles beizubrigen, was sie wissen muss, so macht es doch auch Spaß, sich gemeinsam mit ihr auf Entdeckungsreise durch das Leben zu begeben und zu beobachten, wie sie jeden Tag etwas mehr dazulernt, mehr Sicherheit gewinnt und ihre Augen jeden Tag etwas mehr leuchten. Möchten Sie vielleicht Brisas Reisebegleiter sein?

Kontakt:
Tierschutzverein Kronach
Ottenhof 2
96317 Kronach
Tel.: 09261/20111
e-mail: tsvkc@gmx.de
www.tierheim-kronach.de

Samstag, September 14th, 2013, 14:55 | Allgemein | kommentieren | Trackback

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