12th Juli 2016

Tod am Nachmittag – Tragisch für Mensch und Stier

Seit dem Beginn des umstrittenen Stierrennens in Pamplona mit zahlreichen Verletzten- und Schwerverletzten und spätestens seit dem tragischen Tod des jungen spanischen Toreros Víctor Barrio überschlagen sich die Nachrichten, sowohl in Spanien als auch in den internationalen Medien. Leider gibt es auch Menschen die meinen, den Tod eines Menschen feiern zu müssen. Zahlreiche lebensverachtende Kommentare bei Facebook und Twitter kursieren im Netz. Die Stierkampfanhänger glorifizieren den Tod des jungen Mannes, «El País» bezeichnet den getöteten Torero als Held und Märtyrer. Fakt ist, diese Tragödie hätte vermieden werden können, wenn Stiere nicht unter dem Deckmantel von Kunst und Kultur zu Tode gefoltert würden. Das systematische Töten von Stieren bei Volksfesten ist heutzutage moralisch nicht mehr vertretbar. Zum Glück findet der Stierkampf immer weniger Akzeptanz bei den Menschen, laut einer aktuellen Meinungsumfrage von Ipsos MORI  ist die Unterstützung für diese Tätigkeit ist den letzten drei Jahren von 30% auf 19% gesunken. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Traditionalisten gerade bei der jüngeren Generation, welche sich rege in sozialen Netzwerken austauscht, auf verlorenen Posten steht. Daher ist es umso wichtiger, sich von unangebrachten Äußerungen zu distanzieren.

Die Plattform LATORTURA NO ES CULTURA/FOLTER IST KEINE KULTUR distanziert sich ausdrücklich von solchen Äußerungen!

Den Tod eines Menschen zu feiern ist falsch. Gewalt führt zu Gegengewalt, Hass zu noch mehr Hass. Um den Stierkampf zu beenden müssen wir anders sein! Ethische und wissenschaftliche, wahre Argumente, statt weiterer Gewalt! Wer dies nicht verstanden hat, handelt kontraproduktiv und schadet der Tierrechtsbewegung.

Diesbezüglich möchte ich hiermit Marta Esteban Miñano, die Präsidentin der spanischen Plattform LA TORTURA NO ES CULTURA zitieren:

Der Tod von Menschen bei Stierkampfveranstaltungen ist nichts anderes als ein weiterer Grund um die Gewalt des Stierkampfs zu beenden. Das Problem des Stierkampfs ist seine Gewalt, in Tod und Leid zum Ausdruck gebracht, mit dem erschwerenden Umstand, dass sie als Unterhaltung verkauft wird, vor Kindern die ihre Werte aufbauen. Die Politik “Auge um Auge” ist seit Tausenden von Jahren das größte Fiasko der Menschheitsgeschichte und führt uns immer wieder in eine Endlosschleife von Gewalt…………auch wenn es in unseren Genen stecken mag, “Auge um Auge” ist ein egoistischer Rekurs, der die individuelle Frustration lindern und die Leidenschaft des Hasses füttern soll, um uns als Sieger zu fühlen, die Konsequenzen ignorierend.

Die an Touristen gerichtete Kampagne: Das Blut rennt mit dir – Sei kein Komplize!, welche die Grausamkeit von Stierrennen offenlegt, wird von den wichtigsten Tierschutzorganisationen auf internationaler Ebene unterstützt. Organisationen, die sich für die Tierrechte einsetzen und mit ethischen und wissenschaftlichen Argumenten für eine bessere Welt für Mensch und Tier kämpfen!

Dieselben Stiere die durch Pamplonas Straßen schlittern und fallen werden später am Nachmittag in der Stierkampfarena der Stadt erstochen. Touristen die in Spanien an dem Rennen mit Stieren teilnehmen werden an dem Gemetzel beitragen.  Dies ist die ernüchternde Botschaft des neuen Videos der Plattform La Tortura No Es Cultura / Folter Ist Keine Kultur, gesponsert von Animal Guardians, und unterstützt von Europas größten Tierschutzorganisationen, PETA, Humane Society International, CAS International , Anima Naturalis, TASSO e.v. , Deutscher Tierschutzbund und europäische Büros von World Animal Protection sowie dem Red Internacional Antitauromaquia/ International Anti-bullfighting Network, welches 110 Tierschutzorganisationen aus aller Welt vereinigt. Das Video wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und wird in Europa, Amerika, Asien und Australien verbreitet. Das schockierende Video zeigt das Ende der Stiere die an dem Stiertreiben teilnehmen und danach in der Arena zu Tode gefoltert werden und fordert die Touristen auf, nicht zu Komplizen zu werden.

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Dienstag, Juli 12th, 2016, 11:41 | Allgemein, STIERKAMPF, VIDEOS | kommentieren | Trackback

3 Kommentare zu “Tod am Nachmittag – Tragisch für Mensch und Stier”

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  1. 1 12. Juli 2016, Isabel schreibt:

    Und trotzdem, der beste Tod für einen Stierkämpfer ist es in der Arena zu sterben, besser als an Krebs, Autounfall etc. Dass er als mutiger Held gefeiert wird (was er echt nicht ist) und fast ein Staatsbegräbnis erhält, ist genaus so falsch wie, dass gewisse toreros mit der Medaille der Schönen Künste geehrt werden, welche ihnen vom König persönlich überreicht wird; obwohl foltern und töten nichts mit Kunst zu tun hat. Die Kommentare zeigen wie sehr diese mittelalterlichan Tradition die Sensibilität der Gegener welche in der Mehrzahl sind verletzt, dass sie sich nicht anders ausdrücken können als was sie ehrlich empfinden, eben Hass, Wut und Verachtung. Ausserdem respektieren die toreros und aficionados weder, dass die Menschen mit dem Stiertod mitleiden noch die Kinderechte da sie Kinder jeglichen Alters in die Arena zulassen, klar in der Hoffnung dass daraus spätere aficionados (Fans) werden. Und last but not least müssen die Gegener ob sie wollen oder nicht, diese Barbarei noch mitfinanzieren. Kein Wunder, dass Boris Johnson (Brexit) im TV sagte, dass es ein weiterer Grund sei aus der EU zu treten, weil sie die Tauromaquia nicht mitfinanzieren wollen.

  2. 2 13. Juli 2016, André schreibt:

    Was ist denn das fuer eine Heuchelei? “Leider gibt es Menschen, die meinen den Tod eines Menschen feiern zu muessen?” Solche Leute das sind doch eure Freunde und Anhaenger, s. g. Tierrechtler, die das Leben eines Tieres ja teilweise ueber das Leben eines Menschen stellen. Ihr freut euch doch eigentlich wenn ein boeser Tierquaeler seine gerechte Strafe bekommt, oder etwa nicht?

  3. 3 17. Juli 2016, Isabel schreibt:

    Schade um den ist es wirklich nicht, mir ist es echt egal, dass es ihn erwischt hat, hätte sich halt nicht in die Höhle des Löwen begeben sollen. Der Tradition nach muss nun die ganze Familie des Stieres welcher sich wehrte und seinen Folterknechten umbrachte, getötet werden, den Vater und die Mutter haben sie schon getötet, weil sie angeblich zu alt gewesen seien. Ja, dann sollen sie diese doch in Frieden in den Dehesas (Weiden) lassen. Denn der Stier Lorenzo tötete in Notwehr, nicht so sein Folterknecht. Und zudem wird der Stier gegen seinen Willen in die Arena gebracht und wenn er sich nicht wehrt, bekommt er die gefürchteten, grösseren, schwarzen banderillas zu spüren. Alles so hirnverbrannt was mit Gewalt zu tun hat, wie eben die corridas.

    Und wenn schon jemand umgebracht werden sollte, dann müssten es gerechterweise die Eltern des Stierkämpfers sein, denn diese nehmen die Kinder schon im Babyalter mit zur corrida um ihnen diese Tradition vom Barbaren einzutrichtern und ihn dazuzubringen Stierkämpfer zu werden, in der Hoffnung, dass ein berühmter torero aus ihm wird, der viel verdient und sie so damit prahlen können. Hätten sie ihn nie an einen Stierkampf oder sonstigen grausamen Veranstaltungen mitgenommen wäre wohl nie ein Stierkámpfer als ihm geworden. Na ja, nun nützt ihnen halt das Jammern nichts, denn der hat ins Gras beissen müssen weil er einen Fehler begangen hat und die Lage nicht richtig zu handhaben wusste, denn es ist immer ein Fehler des toreros wenn es ihn erwischt.

    Weshalb meinen sie eigentlich, dass das Leben eines Tieres wengier wert sein soll???? Sind es nicht die Tiere, welche das ökologische Gleichgewicht auf der Erde und im Meer halten? Sonst wäre jegliches Leben auf der Erde, von der wir abhängen, gar nicht möglich. Dies sollte man sich schon vor Augen halten und nicht dazu beitragen, dass immer mehr Umweltzerstörung durch den Unmenschen stattfindet, bis es eben zu spät ist, denn lange ist dies nicht mehr tragbar, wir sind viel zu viele Menschen (unter ihnen viel mehr gefährliche als gute).

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