Nach einem einstündigen Flug von Barcelona kamen Alejandra, Laura und ich in Genf an. Die FFW hatte uns Hotelzimmer im Novotel reserviert, die wir sofort müde in Anspruch nahmen.
Bald darauf traf auch Antonio Moreno von CACMA aus Málaga ein, der uns mit seiner typischen andalusischen Fröhlichkeit aus den Betten scheuchte. In diesem Moment rief Andreas von der AGSTG an. Er sei unten in der Empfangshalle.
Tja, da war nicht mehr viel zu machen. Laura und ich zogen uns um und gingen hinunter. Während ich mit Andreas eine Erfrischung auf einer Terrasse zu mir nahm, musste sich Laura mit Vera Weber durch die schrecklichen Bilder der “festejos taurinos” (Stierfeste) arbeiten. Sie besprachen die morgige Zeugenaussage von Laura am internationalen Gerichtshof für Tierrechte.
Um 19 Uhr fand ein Empfang mit anschließendem vegetarischen/veganen Abendessen (freies Büfett) statt. Schon wurden erste Kontakte mit anderen Organisationen geschlossen, die dann nach einer kurzen Ansprache von Frau Judith Weber, bei gutem Wein vertieft wurden.
Pünktlich um 9 Uhr, ja, auch die Spanier waren pünktlich, oh Wunder, begann die Verhandlung unter dem Vorsitz von Herrn Franz Weber gegen die Regierenden der Stierkampfländer. Am beeindruckensten war die Rede von Antonio Moreno aus Malaga. Er kommt aus einer Familie, die große Anhänger und Verteidiger der Stierkampftradition ist. Mit 9 Jahren wusste er alles, was man über Stierkampf zu wissen hatte. Sehr zum Stolz seines Vaters. Weiterlesen »
TENDIDO CERO, hinter diesem Namen verbirgt sich das spanische Stierkampfprogramm im Fernsehen, schon alleine die Berichterstattung zeigt, dass es DAS Programm der “aficionados” ist die mit allen Mitteln versuchen gegen die anti Stierkampfbewegung anzukämpfen und auch vor dreisten Lügen nicht zurückschrecken.
“Die Anti-Stierkampfleute sind wieder in die Arena gesprungen, dieses Mal in Alicante. Irgendwann wird es ein Unglück geben, denn diese jungen Menschen werden von Leuten bezahlt, die mit finanziellen Mitteln überzeugen. Dieses Mal griffen die Ordnungshüter in korrekter Weise ein.”
Man sieht, dass bereits damit begonnen wird, diese Aktionen zu desakreditieren, indem man vortäuscht, dass es sich nicht um von der Abschaffung des Stierkampfes überzeugte junge Menschen, sondern um für diese Aktionen bezahlte Personen handelt.
Wieder einmal stärken die Medien dem Stierkampf mit Falschmeldungen den Rücken, ganz besonders, wenn sie mit Mißkredit spekulieren, so Antonio Moreno der Cacma.
Am Freitag den 4 Juli wird in Burgos eine von der spanischen Tierschutzpartei PACMA (Partido Antitaurino Contra El Maltrato Animal) organisierte Demonstration gegen die Tauromachie stattfinden. Alle spanischen Tierrechtsorganisationen haben dem Stiermord den Kampf angesagt, noch nie wurde so häufig demonstriert wie jetzt.
“Das Nationalfest vor Gericht”, diese und viele weitere Überschriften zieren spanische und internationale Tageszeitungen, seitdem am 23. Juni in Genf der Internationale Gerichtshof für Tierrechte tagte. Der spanische Stierkampf im Fokus der Weltöffentlichkeit. Angeklagt und für schuldig befunden die grausamen Stierkämpfe und Stierfeste zu fördern und Interessenvereinigungen zu unterstützen die das Ziel haben, Stierkampf als europäisches Kulturgut zu manifestieren wurden der Präsident der spanischen Regierung José-Luis Rodruigez Zapatero, der französiche Präsident Nicolas Sarkozy und der Premierminister Frankreichs, Francois Fillon, sowie der ehemalige Präsident Portugals José Sampaio und der ehemalige Premierminister Portugals José Manuel Barrosco, gegenwärtiger Präsident der Europäischen Kommission. Anwesend waren mehr als 60 Vertreter verschiedener europäischer Tierschutzorganisationen. Auch Antonio Moreno, ein ehemaliger Stierkampfanhänger und nun überzeugter Stierkampfgegner nahm am Prozess teil. Noch nie vorher in der Öffentlichkeit gezeigtes Bildmaterial diente als Beweismaterial der Stierquälerei.
Folgender Film wurde während der Verhandlung gezeigt:
Alle Anklagen, Zeugenaussagen und Expertenberichte finden Sie auf der Website der Fondation Franz Weber
Ein weiterer Angriff auf die Arena sorgte am vergangenen Samstag in Alicante für Aufsehen, wieder sprangen Aktivisten von Equanimal mit anti-Stierkmapf Transparenten in die Arena, wieder wurden sie hinausgetragen, dies auf sehr “unsanfte” Art.
Die folgenden Fotos wurden am vergangenen Samstag von Aktivisten von ACTYMA in Ampolla aufgenommen. Man hat beim “Bous al mar” die Strategie gewechselt, jetzt müssen anstelle von 400 kg schweren Stieren junge verschreckte Kälber die Misshandlungen ertragen, ein Kalb ist vollkommen verängstigt von der Steilküste ins offene Meer gesprungen und hat voller Todesangst um sein Leben gekämpft. Wie kann so etwas gestattet werden? Wie kann man sich an so einem traurigen Anblick ergötzen? Touristisch wertvoll? Wohl eher ein Armutzeugnis der spanischen Gesellschaft.
ACTYMA wir Anzeige erstatten.
Auch AnimaNaturalis verteidigte am 21. Juni in Alicante die Rechte der Tiere, organisiert wurde diese Kundgebung von der antitaurinen Plattform von Alicante. Ca. 300 Aktivisten hatten sich zu diesem Friedensmarsch versammelt.
Ca. 100 Demonstranten versammelten sich am vergangenen Samstag vor der Casa de Estremadura in Barcelona um gegen eines der brutalsten spanischen Feste zu protestieren, Stiere als lebendige Dartscheiben, nichts ist unmöglich in diesem Land. DAS sind die “Fiestas” in Coria!
LIBERA dankt allen Aktivisten die ihrem dringenden Aufruf zur Demonstration gefolgt sind und wie immer auch dem Fotografen Eloy für die Fotos.
TV Reportage über grausame Volksfeste mit Stieren, davon gibt es mehr als reichlich!
Gestern, am 23.06.2008 tagte zum wiederholten Mal der Internationale Gerichtshof für Tierrechte in Genf, eine von der Franz Weber Stiftung gegründete Initiative. Zapatero und Sarkozy wurden für schuldig erklärt, die grausamen Stierkämpfe zu fördern und Interessenvereinigungen zu unterstützen, die das Ziel haben, Stierkampf als europäisches Kulturgut zu manifestieren.
Im ersten Teil der Verhandlung wurde von der Fundación Altarriba beklagt, dass die Tauromachie mit jährlich 500 000 Millionen Euro subventioniert wird, national sowie international. Es wurde ein Gesetzt gefordert, dass diese Tierquälerei verbietet. Auch zeigen Umfragen aus dem Jahr 2006, dass nur 4,6 % der Spanier den Stierkampf unterstützen.
Jahr für Jahr, dies schon seit 1591, finden in Pamplona, der Hauptstadt der autonomen Provinz Navarra, anläßlich des Festes zu Ehren des Schutzheiligen San Fermin, Stierläufe und Stierkämpfe statt. Nicht nur Stiere sterben, auch viele Mitläufer, Einheimische sowie Touristen, werden verletzt, oft sogar tötlich. Dies hindert aber weder die Bürger der Stadt noch die zahlreichen, oft alkoholisierten und sich selbst überschätzenden Touristen nicht daran, an diesem Spektakel teilzunehmen.
Am Samstag, den 5 Juli um 12 Uhr werden 50 Aktivisten von AnimaNaturalis mit Banderillas ausgestattet für die Abschaffung der Stierläufe protestieren. Die Sängerin und Stierkampfgegnerin ALASKA wird einen Stier darstellen. Es werden hunderte von Fotografen und Journalisten anwesend sein, AnimaNaturalis hofft, dass die ganze Welt erfährt, wie die Stiere in Spanien misshandet werden, im Namen der Kultur. Bräuche die nicht absolut nicht vetretbar sind in einem modernen Europa.
Wer AnimaNaturalis vor Ort unterstützen möchte möchte sich bitte mit Aida in Verbindung setzen. AidaG@animanaturalis.org
Für 20 Euro kann man ab Barcelona mit dem Reisebus nach Pamplona fahren, Campingplatz und vegetarische Kost inbegriffen.