29th Januar 2009

Galgos per Katalog

Leider muss man immer wieder feststellen, dass Hunde aus dem Tierschutz zum Prestigeobjekt degradiert werden, dass Pflegestellen, die ja eigentlich dazu da sind, dort zu helfen, wo gerade Not ist, sich aus reiner Profilierungssucht dazu entscheiden, ein Tier aus dem Tierschutz in Pflege zu nehmen.
Es zählt nicht das einzelne Schicksal des Hundes, sein Charakter oder seine Hilfsbedürftigkeit, sondern einzig und allein das Aussehen und das Alter. Offensichtlich erschien die Galga der Interessentin, es handelt sich bei diesem konkreten Fall um Aurea, mit vier Jahren zu alt und schlecht vermittelbar und das Pflegestellenangebot wurde zurückgenommen. Einen Galgo mit vier Jahren als alt zu beurteilen, dies ist man ja eigentlich nur von den Galgueros gewohnt, wohingegen ein jeder, der Erfahrung mit dieser Rasse hat, bestätigen wird, dass diese Hunde gerade aus dem „Flegelalter“ raus sind und somit auch für Hundeänfänger besonders geeignet sind.
Es wurde noch am gleichen Tag eine windhunderfahrene Pflegefamilie gefunden, diese fragte noch nicht einmal nach dem Aussehen von Aurea, wichtig war der Charakter und ob der Hund ins vorhandene Rudel passt.
Dies ist leider nicht der einzige Fall dieser Art, ich gewinne langsam den Eindruck, Möchtegernpflegestellen würden sich am liebsten den Hund per Katalog bestellen, es zählt wieviele Hunde vermittelt werden, nicht Klasse sondern Masse und dies auf Kosten der Tiere.
Frustriend für die Tierschutzorganisationen ,die nur nach bestem Wissen und Gewissen vermitteln, ganz gleich ob es sich um eine Pflegestelle oder um eine Adoption handelt.

Auch viele Spanier sind inzwischen hellhörig geworden, schauen besser hin wem sie ihre Hunde anvertrauen, erwarten Informationen über den Verbleib und pflegen einen guten Kontakt mit den Adoptanten.

Aurea und Efren, beides Galgos aus dem Tierheim KIMBA, suchen nun eine kompetente Familie, die Vermittlung erfolgt über Frau Rosy Grethen-Flammang, galgo-services.lu

Kontakt: greflaro@pt.lu

Aurea
Hündin, ca. 4 Jahre alt, klein und zierlich, liebevoll, folgsam, sehr verträglich, sie lernt schnell, der ideale Anfängergalgo

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Aurea und Efren

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Efren
Rüde, ca. 2 Jahre alt, groß und muskulös, liebevoll, verträglich, sehr aufmerksam und neugierig, noch etwas unsicher

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Donnerstag, Januar 29th, 2009, 01:55 | Allgemein | kommentieren | Trackback

5 Kommentare zu “Galgos per Katalog”

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  1. 1 29. Januar 2009, Sabine schreibt:

    …traurig aber wahr…….. Ich selber kann nur bestätigen dass Galgos mit 4-7 Jahren.. mir am liebsten sind… sie sind einfach Klasse!! Und zu behaupten in diesem Alter wären sie schwer zu vermitteln… ist schlichtweg falsch!!!
    Solche Erfahrungen machen auch Pflegestellen mit Adoptanten…. das beste Beispiel habe ich gerade hier…. Ausgeheilte Staupe…. die Zähne haben etwas gelitten…das war es auch schon.. und was ist mit dem Galgo??? Er hört aufs Wort.. ist im „Abflug“ abrufbar…. aaaaaaber… er ist halt nicht mehr schön genug… aber auch nicht krank genug um Leute mit Mutter Theresa Komplex auf seine Seite zu ziehen..die dann aus allen Löchern krabbeln sobald so ein geschundenes Wesen irgendwo auftaucht….
    … Er sitzt hier schon seid über einem Jahr… vom Welpen.. zum Junghund…und so wie es aussieht noch länger.. denn wenn er noch ein halbes Jahr hier ist… braucht er glaube ich nicht mehr ausziehen…

    Ich denke auch so… wer einen Hund nach Wunsch sucht… ist im TS falsch!!!

    Ich habe auch immer nur danach gefragt ob er hier klar kommen kann… egal ob grüne Streifen.. oder lila Punkte…3 Beine…. Wenn ich mir mein neues Pflegemäuschen so ansehe…. es ist wahrlich keine Schönheit!!!! Und ich denke mal auch für sie wird es nicht leicht ein eigenes Sofa zu finden… Unterbiss… gerupft durch Räude.. relativ alt…. relativ scheu…

    Ich finde es einfach nur traurig… und teilweise erbärmlich wie manche Leute sich gegenüber den Menschen aufführen die vor Ort alle Risiken eingehen… die Not und Qual ständig vor Augen haben.. und auf Hilfe hoffen..und dann so etwas hören und erfahren..
    Und dann noch meinen sie tun den Tieren was Gutes wenn sie einfach mal eben einen Hund aus dem Süden nehmen… der dann auch noch perfekt sein muss weil man ja sonst nicht damit auf die Straße kann ohne dumm angesprochen zu werden.. oder mit einem stolzen Galgo oder Podenco bewundert zu werden…

    Ich mochte früher auch keine gestromten.. kurzhaarigen Hunde..hatte immer Wuschel.. Bobtails.. Deerhound…
    und wenn ich mich jetzt umdrehe und zum Sofa sehe muss ich laut lachen….
    4 Mal gestromt… bis auf 2 alle kurzes Fell…..nackelige Galgos eben…

    Also wirklicher Tierschutz ist zu nehmen… und zwar das was bedürftig ist.. und nicht um zu pröllen….

    Diese Geschichte spricht wieder mal für sich….. ein Armutszeugnis für die Möchtegern PS…und der Pflegestelle die eingesprungen ist…lieben Dank für die schnelle Hilfe!! Wir sehen uns bald… ;-)

  2. 2 29. Januar 2009, Jeannette schreibt:

    Zu alt????

    Unsere Galga haben wir mit 4 Jahren adoptiert, wir hätten sie auch gewollt, wenn sie noch älter gewesen wäre. Ich bin selbst Pflegestelle und verstehe nicht, wie man derart von vorn herein selektieren kann. Unsere jetzige Pflegenase ist auch 4 Jahre, es ist doch einzig und allein das Ziel, ein liebes Zuhause mit den passenden Menschen dazu zu finden. Was spielt das Alter dann für die Pflegestelle für eine Rolle?!?!

    Sicher, wenn man fix vermitteln will und das wie am Fliesband, dann hatte die Pflegefamilie recht. Leider stellen wir auch in unsrem Verein fest, dass es Welpen und Jungtiere in den Vermittlungen in Deutschland leichter haben. Ich muss aber auch dazu bemerken, dass unsere „leider“ Rückläufer, oft aus diesem Alter stammen, weil sich die neuen Familien nicht im Klaren waren, wieviel Arbeit ein Welpe machen kann oder ihnen das Pflegelalter zu anstrengend war. Die Kleinen wurden also 2 Mal enttäuscht und das tut weh.Deshalb schauen wir lieber mehrmals hin, bevor wir unsere Tiere aus unserer Obhut geben. Vermeiden lassen wird es sich leider nie.

    Und nach dem Aussehen von vorn herein zu entscheiden, ich denke das liegt ganz allein bei den Interessenten, denn sie verlieben sich letztendlich.

    Als gute Pflegestelle sollte das Helfen im Vordergrund stehen, welche Nase in die Pflegefamilie/Rudel passt und was man sich zutraut. Es ist doch egal, wie lange die Mäuse warten müssen, irgendwann, kommen genau die richtigen Menschen!

    Das ist meine Meinung dazu.

  3. 3 29. Januar 2009, mo swatek schreibt:

    Ja Martina, diese „möchtegernepflegestelle“ dachte wohl, dass sie den perfecten traumgalgo kriegt mit dem man dann auch noch genial angeben kann.“seht mal welch schönen galgo wir gerettet haben!“

    Ich kriege öfters anfragen wie: „haben sie einen reinrassigen galgo?“ und wenn ich dann nachfrage… „wir wollen einen galgo español, wenn möglich rauhaarig und nicht älter als 2 jahre…, am liebsten weiss mit grossen platten und katzenverträglich und ableinbar“… nene, kataloggalgo gibts bei uns nicht und ich find es schon ganz unmöglich, dass pflegestellen entscheiden welchen hund sie nehmen und ob der vermittelbar sei oder nicht. Wichtig ist doch, dass der hund dort hin passt und zwar nicht von der esthetik sondern vom charakter und den umständen…

    gottseidank arbeiten wir kaum bzw nur mit noftallpflegestellen und leute die sich so benehmen und einen hund wegen aussehen oder alter ablehnen, denen würden wir auch keinen weiteren pflegehund mehr geben denn die haben im tierschutz nun gar nichts zu suchen und sollten ihre profilierungssucht besser anderswo ausleben.
    Wir reden hier von tierschutz und wer sich mit medaillen behängen will, weil er einen galgo „gerettet“ hat, ist bei uns sowieso falsch… und ich persönlich finde es nicht egal, wie lange die tiere in einer plfegestelle sitzen … nach mehr als einem monat hat sich der hund eingelebt und die umstellung zur endfamilie kostet ihn mehr stress und kann bei sensiblen tieren sogar das imunsystem angreifen… pflegestellen mit rudelhaltung sind normalerweise besser für die zu vermittelnden galgos und solche chicki-micky tussis wie die dame die AUREA abgelehnt hat sollten sich wohl lieber auf hundeausstellungen umtun, wo man mit seinem edlen tier eh besser angeben kann aber da kommt ja dann ein galgo mit narben und vorbiss nicht gerade gut…
    sorry aber ich musste mir das mal von der seele schreiben und gebe martina voll und ganz recht

    Liebe Wuffs aus Spanien
    mo swatek
    http://www.pro-galgo.com

  4. 4 29. Januar 2009, S. von D. schreibt:

    Pro + Contra: Da jede Orga oder Verein auf ihren Web´s die Hunde vorstellen und auch oft ausführlich beschreiben,ist es da nicht ganz normal,dass „Mensch“ ganz reflexartig ein Gesicht,Gesichtsausdruck, die Haltung oder wie auch immer in dem Tier sieht und sich dann ZUERST für dies spontan entscheidet? Dann wird doch meist erst die Beschreibung dazu gelesen,falls überhaupt vorhanden.Dass sich manche mit einem Windhund profilieren müssen,möchte ich nicht abstreiten, aber dies scheint meist nur schwer erkennbar,außer „Vermittler“ hat hellseherische Fähigkeiten.Normal sollte man doch froh um jede PS sein,damit die nächsten Hunde nachrücken können.Wenn es für die PS „Neuland“ ist,so denke ich,daß eine „seriöse“ Orga jederzeit Hilfestellung gibt und schnellstens dazu beiträgt,einen passenden Adoptanten zu finden.Meinen Pflegling habe ich vor fast 2 Jahren hinter Gitterstäben entdeckt.Seitlich,ohne besonders viel davon zu sehen.Beschreibung? Keine vorhanden! Eine „Wundertüte“ also.Nur das Alter war in ca.angegeben.Nun frage ich:…wem schadet´s ? Einem weiteren Hund wurde geholfen aus der Perrera rauszukommen,um den nächsten Platz zu machen.Also auch ich habe mir einen Hund aus EINEM KATALOG AUSSUCHEN DÜRFEN!!den ich heute nach fast 2 Jahren zusammen leben,gar nicht mehr abgeben kann und werde,da er es nie verkraften würde.Warum ein Hund so lange auf einer PS sitzt? Da muss man die Orga fragen ;-((Und mit meiner gemachten Erfahrung,kann ich nur sagen,es darf nicht immer alles auf Adoptanten oder PS und die Bewerber geschoben werden.Es sind auch nur Menschen. .Nennt mir diese Orga,die auch darauf achtet WIE alt die Adoptanten oder PSn sind.Wem nutzt es,wenn die Orga einen Hund für Adoptant o.Ps auswählt,wenn dann letztendlich u. mglw Mensch und Tier keinen Draht zueinander haben? Er wird wieder zurück gebracht..dann zum nächsten, weil Orga wieder jemand auswählt wo es passen könnte, usw…wie gesagt…möglicherweise!Es ist doch zwischen Mensch und Tier gerade der kurze „AUGENBLICK“,ein Stich in Herz und Magengegend. Nach was für Kriterien holen die Orgas denn überhaupt die Hunde aus der Perrera? Wie immer im Leben,geht es doch auch hier um Angebot und Nachfrage,und um den Mammon,oder nicht?Sorry…dass TA usw natürlich bezahlt werden müssen,ist selbstverständlich.Was hilft es einem jüngeren Hund,der an ältere Menschen vermittelt wird,NUR weil er grade gut dazu paßt? Was ist,wenn dann älterer Mensch,nicht mehr zum nächsten TA kommt,da dieser mindestens 40 km (Landleben) entfernt ist? Oder früher stirbt als der Hund? Wenn ich das ganze Ernst nehmen würde,dürfte es auch keine Tierheime geben,wo man hingeht und sich „seinen“ Hund aussuchen kann/darf.Wir selbst wollen noch weiteren Langnasen helfen, aber mich schreckt der Artikel ab.Auch wenn noch so viele arme Langnasen auf den Vermittlungsseiten zu sehen und auszusuchen sind, wo man meint, unbedingt helfen zu wollen/müssen…ich glaube fast ICH bin geheilt und hole mir lieber einen armen Wicht aus einem TH.

  5. 5 29. Januar 2009, Jeannette schreibt:

    Liebe Mo,

    im Grunde hast Du vollkommen Recht! Und es wäre sehr gut für die Notnasen, wenn sie nicht so lange auf einer Pflegestelle warten müssten, aber so schnell findet man leider nicht oft die passenden Menschen.

    Mir und anderen passiert es jedoch immer wieder, wenn man nach Warten endlich Anfragen bekommt, dass Interessenten in Dtl. „billig“ einen hübschen, jungen, problemlosen, kerngesunden und am besten noch gut ausgebildeten Hund bei ihrer Anfrage erwarten. Sie machen sich weder Gedanken um seine Herkunft und eventuelle Besonderheiten, noch beschäftigen sie sich mit seiner Rasse und überlegen, ob er eigentlich zu ihnen passt und sie den Bedürfnissen gerecht werden können, oder sie lesen sich als Krönung nicht einmal den Text der Vermittlungsnase durch. Zum Glück sind natürlich nicht alle Interessenten so, deshalb wartet man eben auf die Richtigen.

    Unsere Galga hat „2,5 Jahre“ warten müssen, nicht nur weil sie ein Mix ist und sie deshalb nicht so viele Anfragen hatte, sondern auch, weil die Menschen ihre Vermittlungen ernst nehmen und ihre Schützlinge mit Besonderheiten nur in die richtigen Hände geben möchten. Ihr ehemaliges Zuhause ist voll von leider nicht mehr vermittelbaren Hunden jeder Rasse und jeder Herkunft und das nicht nur weil sie leider keiner wollte, sondern auch, weil sie aufgrund ihrer Traumata nicht mehr vermittelbar sind. Ich persönlich schätze das sehr und natürlich würde ich es mir wünschen, dass alle Hunde aus den Pflegestellen/Tierheimen rasch ihre Endstelle finden, besonders für die sensiblen Hunde, und das natürlich für immer.

    Liebe Grüße
    Jeannette

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