13th Juni 2010

Gefangen im eigenen Fell- Das Schicksal von Joshi , ein Fall aus Deutschland

Die Geschichte von Joshi.

Quelle: YouTube

Am Dienstag,den 11.05.2010 teilte die Polizei mit, was viele gehofft hatten: Der Halter des verwahrlosten ungarischen Hütehunds konnte ermittelt werden. Die Diensthundeführerstaffel der Polizeidirektion Heidelberg mit Sitz in Walldorf kam ihm in den vergangenen Tagen auf die Spur. Zum Wohnort, Alter und anderen Hintergründen machte die Polizei allerdings keine Angaben. Man habe sich dazu entschieden, keinerlei Information zu vermelden, „die auch nur irgendeinen Hinweis auf die Identifizierung“ des Mannes geben könnte, sagt Harald Kurzer, Sprecher der Heidelberger Polizei.

Die Polizei hatte gehofft, bei einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten am Dienstag Beweismitteln zu finden — dem war aber nicht so. Der Mann räumte nach Angaben der Polizei aber auf Vorhalt ein, Halter des Hundes gewesen zu sein.

Nach Abschluss der Ermittlungen werden er sowie alle erwachsenen Familienmitglieder wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg angezeigt. Sie alle hätten — so der Vorwurf — die Möglichkeit gehabt, das Leid des Tieres zu beenden, ohne jedoch etwas unternommen zu haben.

Auch stellte sich heraus, dass bereits 2008 aufmerksame Anwohner die Behörden auf den schlechten Zustand des Hundes und weiterer in der Familie lebenden Tiere hingewiesen hatten. Der Halter habe damals alle Auflagen des Veterinäramtes erfüllt und sei danach nicht mehr kontrolliert worden. Joshis furchtbarer Leidensweg hätte also verhindert werden können.

Am Samstag,den 07.06.1010 gingen in Zuzenhausen rund 550 Menschen auf die Straße, um an das schwere Los des vernachlässigten und misshandelten „Joshi“ zu erinnern. Es ging aber nicht allein um den ungarischen Hirtenhund, der vor fünf Wochen in erbarmungswürdigen Zustand gefunden und wenig später eingeschläfert werden musste. Die „bemerkenswerte Aufmerksamkeit“, die der Fall gefunden habe, so Heinz Sänger als Vorsitzender des Sinsheimer Tierschutzvereins, müsse in mehr Verantwortung und mehr Aufmerksamkeit im Tierschutz münden. Hinter der Tiertragödie stünden menschliches Versagen und menschliche Schuld und damit auch eine tiefe Missachtung der menschlichen Mitgeschöpfe. Unter dem Beifall der Teilnehmer einer Mahnmache forderte Sänger eine „Optimierung des Tierschutzes“, zu der auch mehr Konsequenz bei den behördlichen Kontrollen gehörten.
Zuvor waren die Kundgebung von der Firma Leifheit durch die Vorortstraßen zum Fundort des Hundes gezogen. Die Trauer stand vielen Teilnehmern, die teilweise von weit her angereist waren, ins Gesicht geschrieben. Gefordert wurden härtere Strafen für Tierquäler, eine engege Zusammenarbeit von Veterinär- und Ordnungsämtern und eine schnelle Durchsetzung von Tierhalteverboten. Der Fall Joshi, so wurde deutlich gilt vielen als Beispiel für behördliches Versagen.

Sonntag, Juni 13th, 2010, 00:14 | Allgemein, VIDEOS | kommentieren | Trackback

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