18th Juni 2010

Die „feine“ Stierkampfgesellschaft

Dass Stierkampffanatiker zu tätlicher Gewalt neigen sind wir ja schon gewohnt, Angriffe auf anti-Stierkampf Aktivisten, sind keine Seltenheit und wer sich beispielsweise mit Kamera ausgestattet zu einem Stierspektakel wagt, muss damit rechnen, dass wütende Taurinos versuchen, Tierrechtlern die Kamera zu entreißen, oder aber gleich so agressiv reagieren, dass man um seine körperliche Unversehrtheit fürchten muss, so geschehen beim Stiertreiben in Galapagos, bei dem Stiere mit Geländewagen gehetzt werden.

So haben im vergangenen Jahr Aktivisten von Igualdad Animal Kopf und Kragen riskiert, um in Tordesillas den grausamen Tod des „Toro de la Vega“ zu filmen, Bilder die um die halbe Welt gingen.

Sogar vor einem Mordanschlag schrecken die Taurinos nicht zurück, so geschehen im Jahre 2008, als 5 Aktivisten von Igualdad Animal, sich in einer spektakulären Aktion , am Eingang der Stierkampfarena Las Ventas in Barcelona abseilten, um Transparente mit der Aufschrift „Abolición“ (Abschaffung) anzubringen.

Während die Aktivisten an den Seilen hingen versuchte ein Taurino (Stierkampfanhänger) mit einem Messer das Seil zu kappen, hätten nicht andere Menschen eingeschritten, wäre der junge Mann 18 Meter in die Tiefe gestürzt.

Nur Dank solcher mutigen Einsätze ist es möglich, Beweise über die Misshandlung von Stieren zu veröffentlichen, Beweise, wie noch lebenden Stieren die Ohren und der Schwanz abgeschnitten werden, wie angehende Toreros in Stierkampfschulen immer wieder vergeblich versuchen dem Stier den Todestoß zu versetzen, oder wie Betrunkene Kühe misshandeln. Ohne den mutigen Einsatz von Antonio Moreno, dem Präsidenten von CACMA,  hätte man dieses Spektakel in Alhaurin el Grande nun nicht endlich verboten.

„Mittelfinger“ und entblößte Hinterteile sind durchaus übliche Mittel der Taurinos, mit Kritik umzugehen.

Auch diejenigen die man zur sogenannten feinen Gesellschaft zählt, geizen nicht mit üblen Gesten oder Worten.  Joaquín Sabina, ein spanischer Sänger und Liedermacher griff kürzlich die Stierkampfgegner auf geschmacklose Art und Weise an: „Derjenige der nicht zu den Stieren gehen will, soll nicht gehen. Und die sollen aufhören, uns an die Eier zu gehen, es gibt wichtigere Dinge. Aber die sollen weder von Ökologie noch von Liebe zu den Tieren sprechen, weil ich niemanden kenne, der sie mehr liebt als die Viehzüchter und die Stierkämpfer.“ Dem fügte er noch hinzu: „Wenn ich ein Tier wäre, dann wäre ich gerne Kampfstier: Keiner wir mehr respektiert. Keiner wird besser behandelt. Und außerdem hat er die Möglichkeit, dass sie ihn begnadigen und er das ganze Leben damit verbringt unaufhörlich Kühe zu ficken.“

Soviel zu der mehr oder weniger feiner Stierkampfgesellschaft.

Was ist das für eine Gesellschaft, die unter „Feste feiern“ die Misshandlung von Tieren versteht und beim Anblick eines bluterbrechenden Stieres Vergnügen empfindet?

Niemand, der von sich behauptet fortschrittlich zu sein, kann, gleichzeitig altbackene Traditonen, die den Menschen wegen seiner extremen Barbarie herabsetzen, pflegen oder verteidigen.

Hört niemand die Schmerzensschreie? Ethik und Moral sind abhanden gekommen, Dummheit gepaart mit Sadismus, Unkultur verkleidet als Tradition, ein blutiges Milliardengeschäft unter dem Deckmantel von Kunst und Kultur.

Eines Tages wird die Moral triumphieren und die Schuldigen werden aufgrund eines schweren Tatbestandes in die Geschichte eingehen: Der, der Folter eines unschuldigen Lebewesens.
Zudem laden sich die, die es hätten verhindern können und sollen, eine große Gewissensschuld auf sich.

Sich in Gegenwart eines von Menschen zu Tode gefolterten Stieres, aufs Beste, sogar bis zur Extase, zu vergnügen, ist weder moralisch noch ethisch vertretbar.

Die Zahl der Tierrechtler wächst kontinuierlich. Wir sind weder bereit die dunklen Machenschaften der Stierkampflobby und die Ignoranz der Politiker, weder grausame Traditionen noch Lügen, noch die Verkommenheit künsterlerischer Anmassung und den Verfall von Moral und Ethik, hinzunehmen.

Dieses Video von Jérôme Lescure enthält grausame Szenen und könnte ihre Senisbilität treffen. Es zeigt die ganze brutale Wahrheit.
Kunst? Kultur? Schützenswert? Enscheiden Sie selbst….

Freitag, Juni 18th, 2010, 23:59 | Allgemein, STIERKAMPF, VIDEOS | kommentieren | Trackback

2 Kommentare zu “Die „feine“ Stierkampfgesellschaft”

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  1. 1 20. Juni 2010, Isabel schreibt:

    Ich hoffe doch sehr, dass dieser wahnsinnige, hirnlose taurino, der versucht hat das Seil zu durchschneiden, hinter Gittern, wegen versuchten Mordes, ist. Der Kerl ist gefährlich.
    Was für ein äusserst primitiver Kerl dieser Sabina ist, beweist seine ordinäre Art sich auszudrücken. Was für banalen Quatsch er von sich gibt! Weiss bloss nicht wen er damit beeindrucken könnte. Auf was für eine absurde Weise er seinen sadistischen Trieb zu rechtfertigen versucht! Diejenigen die den Stierkampf nicht mögen sollen nicht hingehen, meint er. Als ob die Antitaurinos jemals hingingen. Aber man bekommt den Stierkampf praktisch täglich mit dem TV-Nachrichten und anderen Sendungen ins Wohnzimmer geliefert, ob man will oder nicht. Ausserdem müssen wir ihn noch finanzieren. Aber wir, die Antitaurinos, können die Augen vor der Grausamkeit nicht verschiessen. Viehzüchter und Stierkämpfer würden den Stier lieben??? Damit er in der Arena einen grauenhaften Tod erleben darf?? Das nennen die Respekt? Die sind doch nur am Geld welches der Stier einbringt interessiert. Wir hingegen setzen uns aus purem Altruismus gegen diese Barbarei ein. Wann wird denn ein Stier schon begandigt?? Nur höchst selten und dies nachdem er die Folter hinter sich hat und schwer verletzt ist. Manchmal überlebt er nicht einmal. Er behauptet, der Stier dürfe dann sein Leben lang Kühe decken. Von wegen, der bekommt nicht eine einzige zu Gesicht. Trotzdem wird er für die Fortpflanzung missbraucht. Dies geschieht mittels schmerzhaftem Elektroschock in den After, was einen Samenerguss bewirkt. Die Kühe werden künstlich gedeckt. Ausserdem kann ein Stier bis zu 20 Jahre alt werden. In der Arena werden sie jedoch im jungen Alter von 2 bis höchstens 5 Jahren massakriert. In den Stierkampfschulen werden junge Kälber für die Ausbildung der zukünftigen Toreros fürchterlich zugerichtet und getötet. Und wenn er gerne ein Stier wäre rate ich ihm, sich doch von seinem Idol J. Tomas lidiar (bekämpfen) zu lassen um so einen glorreichen Tod erleben zu dürfen. Was für eine Ehre das doch für ihn wäre!

  2. 2 21. Juni 2010, Isabel schreibt:

    Sabina meint, der begnadigte Stier dürfe das ganze Leben unaufhörlich Kühe „ficken“. Was für ein geringes geistig-kulturelles Niveau er doch zeigt. Denn Tiere ficken nicht, sie paaren sich zur Fortpflanzung. Die einzigen die es tun sind die Menschen mit all den sexuellen Abarten; von der Prostitution über Vergewaltigungen bis hin zum sexuellen Missbrauch der eigenen Kinder!!

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