23rd April 2010

Pferd stirbt beim Stierkampf in Saragossa

Während eines Stierkampfs zu Pferd wurde in Saragossa der siebenjährige Lusitaner des Stierkämpfers Antonio San Román durch einen Hornstoß ins Herz tötlich verletzt.

Quelle: heraldo.es

Die Stiere sind nicht die einzigen Opfer. Auch Pferde leiden in diesen Spektakeln. Fast immer werden alte Pferde eingesetzt und viele enden schwer verletzt oder tot.
Von dem Geruch des Stieres in Schrecken gesetzt müssen einigen Beruhigungsmittel gespritzt werden bevor sie hinaus in die Arena gezwungen werden. Ihnen werden die Stimmbänder durchschnitten, damit ihr entsetztes Wiehern die Zuschauer nicht stört. Auch werden ihnen die Augen verbunden.
Der Brustpanzer schützt sie nicht vor den Stössen der Stierhörner und dient eigentlich nur dazu, dass das Publikum nicht sieht, wie sie von den Hörnern aufgeschlitzt werden.
Ist dies der Fall, werden sie in die Stierzwinger geführt, wo ihnen die Eingeweide wieder hinein geschoben werden und die Öffnung mit Lappen, Putzwolle oder Sägemehl gestopft und die Wunde genäht wird und so werden sie zurück in die Arena geschickt.
Und sollten sie nicht derart verletzt werden, ist es aber ganz normal, dass sie mehrfache Rippenbrüche erleiden. Wenige der Pferde, die die Stierkampfsaison beginnen, beenden sie auch, da sich niemand um sie kümmert und sie, ohne sie zu veterinärmedizinisch zu behandeln, zu neuen Stierkämpfen transportiert werden, wo sie dann nach sechs oder sieben Stierkämpfen elendiglich eingehen.

Bericht eines Augenzeugen:

Ich stand auf dem Hof, dem der Pferde der Stierkampfarena von Madrid, an einem Nachmittag des Stierkampfes. Ich habe gesehen, wie die Gehilfen ihre Hände in die blutenden Bäuche der Pferde steckten um mit Putzwolle die entsetzlichen Wunden zu stopfen.

Unaufhörliche Schmerzen rasten den unglücklichen Tieren durch die unruhigen Beine und schüttelten ihre Flanken und ihre gestutzten Schweife unter schrecklichem Leiden.Das Blut quoll schwer durch die Knäuel von blutgetränkten Wollfasern.

Danach wurde das sterbende Tier mit eimerweise kaltem Wasser überschwemmt um es so wiederzu beleben und das Opfer der langsamen Qual schlotterte wieder unter dem Gewicht des „picadors“ und kehrte so zurück in die Arena.

Nach diesem Besuch hätte ich einen erschütternden Bericht, der Inbegriff der Entsetzlichkeiten, die ich gehört und gesehen hatte, schreiben können. Eine Übersicht über Herz- und Gottlosigkeit, über Brutalität, deren Erinnerung sich in das Gedächtnis eines gutherzigen Menschen unauslöschlich eingräbt.

Nur etwas käme dem Horror dieses Artikels gleich: seine Nutzlosigkeit. Deshalb schrieb ich diesen Artikel nicht. Jetzt will ich nur eine Handlung erzählen, damit der Leser selbst darüber urteilen kann, dass ich nicht nur willkürlich Adjektive aneinanderreihe um eine Szene zu verdüstern.

Und hier die Handlung:

Zwischen den für den Stierkampf gekauften Pferden befand sich ein wildes Pferd. Niemand wollte es reiten und es war auch nicht angebracht, dieses Pferd in der Arena erscheinen zu lassen. Können Sie sich vorstellen, wie man erreichte, dieses Tier mit seinem krankhaften Zwang zum Draufgängertum zu bändigen?


Stellen Sie sich eine wirklich grässliche und abscheuliche Ungeheuerlichkeit vor. Haben Sie es getan? Nun….. es kommt noch viel schlimmer!!! Man riss diesem Pferd die Augen heraus!!! Sie rissen ihm die Augen mit einer Eiseskälte, in aller Ruhe heraus.
Wie ohnmächtig durch den schrecklichen Schmerz wankte nun diese wilde Bestie zahmen Schrittes hinaus in die Arena.

Kann es denn wirklich sein, dass es kein Gesetz gibt, dass diese grauenhaften Offenbarungen an Bösartigkeit bestraft?

Anmerkung: Diese an Pferden durchgeführte Praktiken sind althergebracht und rechtskräftig und werden von Tierärzten mündlich bestätigt.

Zeugenaussagen aus der Abdeckerei der Stierkampfarena “Las Ventas” in Madrid von Wenceslao F. Flórez, Autor von “Der fröhliche Wald”, die er in seinem Buch “Hunde, Katzen und andere Freundschaften” wiedergibt.
Wenceslao Fernández Florez, 1879-1964, sp. Schriftsteller, Journalist und Politiker

Es schrieb Frederico García Lorca in “La memoria y la sangre” (Die Erinnerung und das Blut):

Oh unglückliches Spanien! Land der Dunkelheit, des Feuers und des Grauens! Verherrlichung der Geistesschwäche, geführt von wollüstigen Pfaffen, von aufgeblasenen Toreros, seelenlosen Prostituierten, Dieben im Frack und Unwissenden im Glauben!

Federico García Lorca, 1898-1936, sp. Poet und Dramaturg

Übersetzung: Caroline Waggershauser, Ciudadanos para los animales (Bürger für Tiere)

Siehe auch: CAS International (Comité Anti Stierenvechten), Pferde

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23rd April 2010

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SOS Galgos - 2010 April 23

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