13th September 2010

Tränen über Tordesillas

Vor Wochen heckten unsere Freunde Julio Ortega Fraile und Ángel Padilla, der Poet der Tiere  einen intelligenten Plan gegen den Toro de la Vega aus.  Die, die Tordesillas zu einem Schandfleck Spaniens machten, sollten vor Scham im Boden versinken angesichts dessen, was ihnen entgegen geschleudert werden sollte. Nichts würde so sein wie es vorher einmal war.

Sie suchten nach Verbündeten und fanden sie auch in der Person von Carlos Rodríguez und seinem Team, das sich in der Welt der Medien bewegt und somit Zugang zu den Großen der Großen hat.

Flugs wurde ein Manifest ausgearbeitet, jeder, der dieses unterschrieb tat damit u.a. folgendes kund: Dass er auf das Heftigste die Erniedrigung und Folter eines Lebenwesens und die Bezeichnung von Blutvergießen als Kunst, verabscheut.

Gemeinsam wurde ein Logotyp entworfen und Persönlichkeiten gebeten, vor laufender Kamera ihre Meinung zum Toro de la Vega kund zu tun. Dieser Text, zusammen mit dem Video, wurde auf der Seite von „mascoteros.com“, einer Tierschutzwebseite unter der Leitung von Carlos Rodríguez zusammen mit dem Radiosender onda cero veröffentlicht.

Más de 400 firmas contra el Toro de la Vega

In Rekordzeit fanden sich mehr als 400 Persönlichkeiten aus der Welt der Kunst, der Kultur, der Geschäftswelt, der Lehrstühle, der Tiermedizin und des Tierschutzes zu einer Bewegung ein, die die Begehung dieses Stierfests aufs Schärfste ablehnt und sein unverzügliches Verbot fordert. U.a. die bekannte Charakterschauspielerin Pilar Bardem Mutter von Javier Bardem, Oskarpreisträger, sowie Maribel Verdú sind als Vorbilder in die Presche gesprungen und haben dieses entsetzliche Stierfest aufs Heftigste angegriffen.

Die Initiatoren dieser Aktion, Julio Ortega und Ángel Padilla konnten es selbst kaum glauben, als sie sahen, wie ihr Manifest immer höhere Wellen schlug. Es ist gewiss nicht leicht, so viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf einen Nenner zu bringen, doch diesen beiden Tierschutzaktivisten ist es gelungen. Sicher ist die Bürgermeisterin von Tordesillas Mª del Milagro Zarzuelo Capellán zu Stein erstart, als sie von dieser symbolischen Ohrfeige erfuhr. Zumindest wird ihr das Manifest gehörig auf den Magen geschlagen haben.

Hierbei sei es noch erwähnt, dass es sich bei den fanatischen Anhängern des Toro de la Vega nicht durchweg um Tordesillaner handelt. Dieser Ort hat knapp über 8.000 Einwohner, doch zu diesem entsetzlichen Stierfest platzt der geschichtsträchtige Ort mit 30.000 Besuchern förmlich aus den Nähten. Wie ein Tordesillaner einmal äußerte:  „Die Wilden, die hinter dem Stier her rennen, kommen aus den umliegenden Ortschaften.“ Auch erwähnenswert wäre noch, dass sich alljährlich zum Toro de la Vega vier Münchner einfinden und das schon seit Jahrzehnten. Beschämend.

Hocherfreut waren die beiden Tierschutzaktivisten Julio und Ángel, als sie heute ihr Manifest in der Zeitung 20.minutos.es veröffentlicht sahen. Das war mehr als sie erhofft hatten. Die letzte Nachricht, die hereinkam, war die, dass heute, dem 13.09.2010, das Manifest in den Abendnachrichten von Tele 5 gesendet werden würde.

Unsere beiden Freunde haben zusammen mit all ihren sicht- und unsichtbaren Helfern eine Lokomotive in Gang gesetzt, die nun nicht mehr zu stoppen ist und wir alle hoffen, dass wir im nächsten Jahr verkünden können, dass der Toro de la Vega entgültig der Vergangenheit angehören wird.

Caroline Waggershauser

Allgemein, CPA Bürger für Tiere, STIERKAMPF, TORO DE LA VEGA | 3 Kommentare

13th September 2010

Manifest zur Abschaffung des „Toro de la Vega“

Die Initiative „Más de 400 firmas contra el Toro de la Vega“ („Mehr als 400 Unterschriften gegen den Toro de la Vega“), ins Leben gerufen von dem Tierrechtler Julio Ortega Fraile und unterstützt von weiteren Persönlichkeiten aus der Tierrechtsszene, hat mehr als 400 Unterzeichner aus Kunst und Kultur gewonnen, die das Manifest für eine Abschaffung des grausamen blutigen Spektakels, welches jedes Jahr am zweiten Dienstag im September in Tordesillas stattfindet, unterschrieben haben.

Am vergangenem Sonntag hat eine Kundgebung in Tordesillas stattgefunden an der Aktivisten aus vielen verschiedenen Ländern teilnahmen.

Morgen, am 14. September 2010, ist es wieder soweit, blutrünstige mit Lanzen bewaffnete Männer werden zu Fuß und zu Pferd ab 11 Uhr einen Stier auf das offene Feld hinaus hetzen, mit Lanzen seinen Körper durchbohren, in die Enge treiben und töten. Morgen wird Platanito um sein Leben rennen, man hat sich offensichtlich umentschieden und Banadero ausgemustert, Todesurteil Lanzentod, vollstreckt von Männern mit Testosteron gesteuerten Hirnen, welche stolz darauf sind ihre Überlegenheit brutal ausleben und präsentieren zu können.

Unglaubliche Grausamkeit kennzeichnet dieses im Jahre 1980 als touristisch wertvoll anerkannte und 1999 von der Regierung Kastilliens als traditionell eingestufte Blutbad.

Der Toro de la Vega ist das Opfer eines Wahns der Menschen, denen es nicht nur an Mitgefühl und Respekt gegenüber Tieren mangelt, sondern die auch meinen ihr vermeintliche Stärke damit beweisen zu können, indem sie ein Tier bezwingen und grausam und rituell niedermetzeln.

Die Auszüge aus dem Manifest zeigen die tiefste Ablehnung der Intellektuellen gegenüber diesem Spektakel und die Forderung nach einer Abschaffung. Morgen wird Tordesillas wieder im Blick der Öffentlichkeit stehen, ein Ort, der auf internationaler Ebene eine traurige Bekanntheit erlangt hat, bekannt als Schandfleck Spaniens.

„Die Unterzeichner lehnen es ab, dass in Spanien die Demütigung und Folter eines Lebewesens als Kultur verstanden wird und ein Blutvergießen Kunst genannt wird.“

„Die wir dieses Manifest als Künstler und Intellektuelle der Literatur, der Musik, der Bildhauerkunst, des Tanzes und des Gedankens im Allgemeinen, aber vor allem als menschliche Wesen die fähig sind, sich der von einigen Mitgliedern der Spezie der wir angehören, bewiesenen Barberei zu schämen, vereinigen unsere Stimmen der wahren Kultur, der wahren Kunst, die die verstanden werden als ein Wohl des Volkes, jene die es wachsen und weiterkommen lassen und nicht verrohen und verknöchern.“

„Der „Toro de la Vega“ stellt einzig und alleine eine öffentliche Folter dar, genauso wie andere Spektakel mit Stieren in Spanien und anderen spanischsprachigen Ländern. Wir fordern die Abschaffung solcher Verirrungen, von denen wir uns weigern Komplizen zu sein, angesichts des morgigen Tags der sich von der Grausamkeit von wenigen gegenüber dem Schweigen von so vielen entsetzen wird.“

Martina Szyszka

Siehe auch:
Tordesillas, Toro de la Vega 2010, bald stirbt Banadero den Lanzentod

Allgemein, STIERKAMPF, TORO DE LA VEGA, VIDEOS | 0 Kommentare

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SOS Galgos - 2010 September 13

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