5th April 2012

Ein stellvertretender Bürgermeister schießt auf einen Hund und erschlägt ihn

Ja, Sie haben richtig gelesen, dies ist kein schlechter Aprilscherz, es ist die traurige Wahrheit.

Ereignet hat sich der unglaubliche Vorfall am 29. März. Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde von Tora (Lleida), Josep Maria Alsina Simon, tötete mit Zustimmung der Frau Bürgermeisterin, Mercè Valls, beide Parteiangehörige der CiU, einen streunenden Hund, nachdem sich Anwohner über das herrenlose Tier beschwert hatten.

Laut Zeugenaussagen schoss Josep Maria Alsina Simon zuerst dreimal mit einer Schrotflinte auf den unliebsamen Streuner, was aber nicht dazu führte, sein Leben zu beenden. Dauraufhin vollendete er sein Werk, indem er so lange auf den Hund einschlug, bis dieser tot war. Die einen sagen es geschah mit einem Knüppel, andere sagen, mit einer Schaufel; wie auch immer, es war ein brutaler Akt feiger Tierquälerei, ausgeführt in Sichtweite einer Seniorenresidenz, eines Spielplatzes und eines Fußballplatzes.

Seitdem ist nichts mehr, wie es früher war in Tora. Nur wenige Stunden nach der Tat erschien auf der lokalen Webseite des Ortes www.viladetora.net ein Bericht, Tausende Kommentare wurden geschrieben. An Rathaus prangerten Plakate und auch an der Türe haben entsetzte Bürger ihrer Wut Luft gemacht. Die Nachricht über den brutalen stellvertretenden Bürgermeister verbreitete sich wie ein Lauffeuer, nicht nur über soziale Netzwerke, sondern auch die öffentlichen Medien. Der Tod des Hundes in Trorà war das Gesprächsthema unter Tierschützern. Die Mehrheit des Rates der Stadt fordert Rechenschaft über den Vorfall und sieht in der Tat einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Die Bürgermeisterin von Torà, Mercè Valls, hat die Tat damit erklärt, dass sie notwenig war, um weitere Beschwerden von Bürgern abzuwenden. Angeblich hatten Beamte der Seprona den Streuner eingefangen und an einen Pfahl gebunden, konnten oder wollten sich nicht weiter um den Hund kümmern und ließen ihn angebunden zurück. Daraufhin erschien Josep Maria Alsina Simon und löste das Problem auf seine Art.

Dieser Fall ist für mich nicht weiter überraschend. Was will schon erwarten in einem Land, wo die städtischen Auffanglager für Tiere, die sogenannten Perreras, Vernichtungslager sind, geleitet von Menschen ohne jegliche Empathie für Tiere. Wo der Minister für Kultur und Bildung, José Ignacio Wert, hartnäckig den Stierkampf verteidigt. Wo der König nicht nur die Tauromachie fördert, sondern auch aus Lust am Töten zur Jagd geht, selbst nicht davor zurückschreckt, einen zuvor mit Alkohol betäubte Bären abzuknallen. Wo Tierschutzgesetze existieren, Verstöße jedoch viel zu selten vor Gericht landen und die Urteilssprüche selbst in Fällen schwerster Misshandlung von Tieren geradezu lächerlich wirken. Wo diejenigen die die Rechte der Tiere verteidigen auf der Anklagebank sitzen und diejenigen die Tiere ausbeuten dies auch weiterhin machen. Wo die Folter der Stiere als Kulturgut geschützt werden soll und Erziehung zur Grausamkeit von der Regierung gefördert wird. Was ist da schon die „Lynchjustiz“ eines kleinen, unbedeutetenden, stellvertretenden Bürgermeisters?

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SOS Galgos - 2012 April 05

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