14th Oktober 2014

Frankreich: Gerichtsverhandlung gegen Stierkampfgegner in Dax – Das seit März erwartete Urteil liegt vor

Im Artikel „GERICHTSVERHANDLUNG GEGEN STIERKAMPFGEGNER IN DAX, FRANKREICH, Drei Tierschutzvereine werden angeklagt, Eine deutsche Stierschützerin erzählt“ hatten wir Ihnen berichtet, dass Teile der Gerichtsverhandlung gegen die drei Tierschutzvereine auf September 2014 verschoben werden mussten, weil eine prioritäre Verfassungsfrage (question prioritaire de constitutionnalité) bzgl. der Definition im Strafrecht des Begriffes „Demonstration“ in Paris eingereicht worden war. Diese Verhandlung hat nun stattgefunden; heute morgen hat das Gericht von Dax sein Urteil gefällt. Der Vorsitzende des französischen Antistierkampfvereins CRAC Europe Jean-Pierre Garrigues, des belgischen Vereins Animaux en Péril Jean-Marc Montegnies, Brigitte Bardots rechter Arm und Sprecher der Brigitte Bardot Stiftung Christophe Marie und Xavier Renou wurden zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro wegen illegaler Demonstration und Behinderung der Berufsausübung der Novilleros verurteilt. Sie hatten am 24. August und 24. November 2013 gegen die Stierkämpfe in Rion des Landes, Südwestfrankreich, demonstriert.

Die vier Angeklagten müssen gemeinschaftlich 2.500 Euro Schadensersatz an die Gemeinde Rion des Landes, 2.500 Euro an den Rionschen Stierkampfkreis und 3.000 Euro Gerichtskostenrückerstattung zahlen. Die Anti-Stierkampf-Aktivisten wurden dagegen von der Anklage der Gefährdung des Lebens Dritter freigesprochen. Alain Senac, der versucht hatte, die Novillos (junge Stiere) aus dem Lastwagen zu befreien, wurde ebenfalls freigesprochen.

Die Bürgermahnwache vor der Arena vom 24. November 2013 wurde unabhängig von Antistierkampfvereinen von Sabine Landais im Internet über die sozialen Medien organisiert. Ebenfalls wegen illegaler Demonstration angeklagt wurde sie auch zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Die Demonstration wurde als illegal angesehen – selbst wenn sie vom Prinzip her nicht illegal war – weil sie nicht angemeldet wurde. Alexandre Audy wurde wegen Verkehrsbehinderung zu 1.500 Euro verurteilt. Zudem müssen die beiden gemeinschaftlich 1.500 Euro Schadensersatz an die Gemeinde Rion des Landes und an den Rionschen Stierkampfkreis sowie 1.000 Euro Gerichtskostenrückerstattung zahlen.
Die Kläger hatten 4.500 Euro Geldstrafe und 10.000 Euro Schadensersatz gefordert.

Der CRAC Europe und Animaux en Péril werden gegen dieses unverhältnismäßige Urteil Berufung einlegen. Jäger haben das Büro eines Ministers zerstört: es hatte keine Folgen. Wütende Landwirte haben tonnenweise Mist oder Äpfel vor öffentliche Gebäuden geschüttet: es hatte keine Folgen. Landwirte haben vor kurzem ein Finanzamt in Brand gesetzt: es hatte keine Folgen. Frachtführer haben ganz Frankreich blockiert: es hatte keine Folgen. Niemand wurde vor Gericht gezogen. Unsere Forderung nach einer demokratischen Debatte wird nicht gehört. Dafür bekommen wir ein Gerichtsurteil, das offensichtlich als abschreckendes Beispiel dienen soll. Jedoch wird die abolitionistische Bewegung nichts mehr aufhalten können. Es ist an der Zeit, dass die Behörden das verstehen…

Marika Hess-Marcuzzi
Delegierte CRAC Europe für Deutschland

www.anticorrida.com

Dienstag, Oktober 14th, 2014, 17:57 | Allgemein, STIERKAMPF | kommentieren | Trackback

Kommentar zu “Frankreich: Gerichtsverhandlung gegen Stierkampfgegner in Dax – Das seit März erwartete Urteil liegt vor”

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  1. 1 15. Oktober 2014, Isabel schreibt:

    Lächerliches, ungerechtes, inakzeptables Urteil. Wurden die Dreinschläger nicht bestraft??? Und dieser Präsident oder wer auch immer er war, der sich in der Arena bei den Dreinschlägern noch x-mal für ihr widerliches Tun bedankte??? Das sind doch diejengien die bestraft werden müssen und zwar gehörig. Wenn ein Imigrant irgendwo beschimpft, angegriffen oder zusammengeschlagen wird, dann werden Nachforschungen angestellt und die Verantwortlichen bestraft. Werden Stierkampfgegner zusammengeschlagen passiert nichts, die haben weniger Rechte respektiert zu werden. Es sieht so aus, als ob diese faulen Gesetze und Strafen von Stierkampfanhängern verfasst respektive verhängt wurden/werden. Dieser Zustand darf auf keinen Fall weitergeduldet werden.

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